Weber Summit Charcoal Grill (Neuheit Sommer 2016)

Die letzten Tage und Wochen teaserte Weber eine Neuerscheinung an, die uns im Sommer 2016 begeistern soll. Immer wieder postete Weber Teilausschnitte von Detailaufnahmen und -Videos, um die Grillgemeinde neugierig zu machen, jedoch noch nicht zuviel zu verraten. Die Gerüchteküche hatte so einiges parat. Vom Keramikgrill über einen Pelletgrill bis zu einem Gas-Kugelgrill war so gut wie alles vertreten.
Heute, am 06.04.2016 um 18.00 Uhr, hat Weber endlich die Katze aus dem Sack gelassen. Das neue „Grillsportgerät“ hört auf den Namen:

Weber Summit™ Charcoal Grill

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Der neue Weber Summit™ Charcoal Grill (im weiteren Text: WSC) sieht für den ein oder anderen Betrachter auf dem ersten Blick vielleicht so aus wie ein gewöhnlicher Kugelgrill, doch er kann sehr viel mehr! Beim WSC handelt es sich laut Weber um einen Hybrid-Holzkohlegrill. Mit Hybrid meint Weber nicht, dass der Grill mit Gas und/oder Holzkohle betrieben werden kann, sondern spielt auf die vielfältigen Zubereitungsvarianten wie Slow Cooking, räuchern sowie indirektes und direktes Grillen an.

Wie man auf dem obigen Bild sehen kann, besitzt der WSC auf der rechten Seite eine Box mit einem Regler. Diese Box beinhaltet die Einheit für die Gas-Zündung. Dadurch ist es möglich, ganz bequem auf Knopfdruck und ohne weitere Anzünder die Briketts vorzuglühen. Laut Weber sei der High End-Holzkohlegrill durch seinen neu entwickelten Rapid Fire Lüftungsschieber innerhalb von 20 Minuten einsatzbereit. Ein separater Anzündkamin ist somit nicht mehr vonnöten.

Die obere Entlüftung ist ebenfalls neu und sieht sehr hochwertig aus. Ich vermute, dass sie aus Edelstahl gefertigt wurde.

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Die Entlüftung lässt sich zum Entzünden der Briketts, ähnlich wie bei einem Keramikgrill, komplett öffnen. Dadurch entsteht ein sehr guter Kaminzugeffekt.

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Apropos edel und hochwertig, auch der Griff und die breite Einfassung des Thermometers sehen klasse aus.

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Die untere Belüftung und der Ascheauffangbehälter hingegen sind den meisten Grillern bereits vom Weber Standard Kugelgrill bekannt.

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Der Deckel ist durch ein sehr stabiles Deckelscharnier fest am Grillkessel verankert.

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Auf dem obigen Bild ist zu erkennen, dass der Deckel eine spezielle doppelwandige Beschichtung besitzt und mit einem Luftinsolationsband ausgestattet ist. – Von außen emaillierter Stahl und von innen Edelstahl. Der Grillkessel hingegen besteht innen und außen aus emailliertem Stahl.

Die Grillfläche gibt Weber mit 60 cm an, der höhenverstellbare Gourmet BBQ Systemrost (GBS) ist aus Edelstahl.

Was beim Keramikgrill der Deflektorstein ist, ist beim WSC eine Defuserplatte. Sie wird zwischen Grill- und Kohlerost gelegt und verändert dadurch die Luftzirkulation. Quasi indirektes Grillen auf maximaler Fläche.

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Der WSC kann mit einem exklusiven „Welcome Paket“ erworben werden. Es beinhaltet u. a. die Grillanlieferung, den Aufbau und eine Produktschulung vom Profi mit nützlichen Tipps aus erster Hand, sowie ein Rezeptbooklet und einen Gutschein für die Weber Grill Akademie Original. Was soll ich sagen? – Summit steht bei Weber halt für die Premium-Sparte.

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Die Highlights auf einem Blick:
– Geeignet für’s Holzkohle-Grillen, Smoken und Slow Cooking – kombiniert mit einer Gaszündung
– 60 cm GBS-Grillrost
– innovative Defuserplatte
– Rapid Fire Lüftungsschieber für schnelles Anzünden
– Doppelwandige Beschichtung
– Welcome-Paket beim Kauf mit Lieferung, Aufbau und Produktschulung zu Hause

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Auch erhältlich als sogenanntes Weber Summit™ Charcoal Grilling Center

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Der Weber Summit™ Charcoal Grill  ist ab Sommer 2016 in limitierter Stückzahl bei ausgewählten Fachhändlern erhältlich.

Sobald wieder neue Zahlen, Daten, Fakten und Bilder auftauchen, werdet ihr auf bigBBQ.de informiert. Kommt also auf alle Fälle wieder vorbei!

Alle Angaben ohne Gewähr. Bilder/Videos: www.weber.com

Grill Briketts 2016 im Test – welche ist die Beste?

Anfang 2016 startet Weber mit ganz neuen Briketts. In der Presseinformation liest sich das wie folgt (Text gekürzt): „Die Brikett-Revolution – Weber-Stephen revolutioniert den Grillmarkt: mit den neuen Weber Briketts. Die brandheißen Innovationen für Holzkohlegrills setzen neue Maßstäbe in puncto Qualität, Komfort sowie Brenndauer – und garantieren so perfekte Grillergebnisse.“ Weiter heißt es: „Die neuen Briketts sind in nur 20 Minuten einsatzbereit und geben die Temperatur noch gleichmäßiger über einen langen Zeitraum hinweg ab. Das Geheimnis ihrer höheren Leistungsstärke: Das charakteristische, einzigartige Design, das eine verbesserte Luftzirkulation, ein schnelleres Anzünden und ein optimales Durchglühen ermöglicht. Darüber hinaus besitzen die Weber Briketts im Vergleich zu herkömmlichen Produkten eine höhere Dichte, da sie unter höherem Druck gepresst werden.“

So die Theorie – kommen wir zum Praxistest. Weber war so freundlich und ließ mir schon Mitte Dezember 2015 einen 8 kg Sack Weber Briketts 2016 zu Testzwecken zukommen.

Zu allererst war mir die neue Verpackung aufgefallen. Auf ihr steht: „Reißfester und witterungsbeständiger Beutel“. Diesem Verpackungshinweis kann ich nur 100-prozentig zustimmen. Die neue Verpackung hat eine extreme Zug- und Reißfestigkeit!

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Doch wie steht es mit der Witterungsbeständigkeit? Hierzu goss ich das gesamte Wasser einer prall gefüllten Gießkanne auf die Verpackung, insbesondere in dem Bereich der wiederverschließbaren Öffnung. Ergebnis: Das Wasser perlte unweigerlich von der Verpackung, der Inhalt blieb 100-prozentig trocken.

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Nun inspizierte ich etwas genauer den wiederverschließbaren Beutel. Das Symbol auf der linken Seite symbolisiert einen Zip-Verschluss. Diesen suchte ich allerdings vergeblich. Stattdessen fand ich einen Druckverschluss vor, wie man ihn bereits von diversen Kunststoff-Beuteln kennt.

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Nach dem Verschließen ließ ich wiederholt etwas Wasser über den Druckverschluss laufen und konnte erneut die Wasserundurchlässigkeit bestätigen.

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Die zu 100 Prozent aus natürlichen Rohstoffen bestehenden Briketts werden in Europa hergestellt und sind zu folgenden Verpackungseinheiten und Preisen zu erwerben:

Weber Brikett, 2 kg: 4,99 EUR (2,50 EUR/kg)
Weber Brikett, 4 kg: 8,99 EUR (2,25 EUR/kg)
Weber Brikett, 8 kg: 15,99 EUR (2,00 EUR/kg)

Brikett-Test Nummer 1 – Weber 2016

Zum jeweiligen Vergleichstest wog ich jeweils 2 x ca. 1.000 g Briketts ab.

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Die aus exakt 48 Briketts bestehenden zwei Kilogramm Brennstoff waren sehr einheitlich geformt. Charakteristisch für die Weber Briketts sind die beiden Vertiefungen, die sich jeweils auf den Seiten befinden. Laut Weber dienen die Vertiefungen der „verbesserten Luftzirkulation, schnellerem Anzünden und ein optimalen Durchglühen.“

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Zwei Kilogramm füllen nicht ganz den großen Weber Anzündkamin.

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Zum Zünden legte ich jeweils zwei Natur-Feueranzünder, bestehend aus in Wachs getränkter Holzwolle, unter den Anzündkamin. Diese Anzünder haben den wesentlichen Vorteil, von sich aus nicht zu qualmen.

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Nach ca. 30 Minuten bildete sich eine durchgehende weiße Ascheschicht auf den obersten Briketts. Zeit, die durchgeglühten Weber Briketts in die zum Kreis geformten, an der Innenwand des Grills gestellten Holzkohlekörbe des Weber Mastertouch 57 cm umzukippen.

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Die Messsonde zur Messung der Gartemperatur (Thermometer Maverick ET 732) wurde in Grillrost-Höhe (indirekt) auf der gegenüberliegenden Seite der Holzkohlekörbe befestigt.

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Der Deckel wurde exakt so aufgelegt, dass sich das Deckelthermometer links oberhalb der Messsonde und der Luftauslass rechts oberhalb der Messsonde befinden. Die Außentemperatur betrug bei diesem und den drei weiteren Tests (weiter unten) 4 Grad Celsius (+-1). Die Luftzufuhr (unten) und der Luftauslass (oben) standen jeweils komplett offen.

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Die erste Messung folgte jeweils nach fünf Minuten, jede folgende Messung nach weiteren 10 Minuten. Nach 265 Minuten zeichnete sich folgende Kurve ab. Die maximale Temperatur lag kurze Zeit bei 250 Grad und sank anschließend im 10 Minuten-Takt um ca. 15 Grad Celsius und später um 10 Grad Celsius. Es ließe sich also mit den Weber Briketts 2016 ca. 105 Minuten lang mit über 200 Grad Celsius grillen.

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Nachdem der Grill vollständig abgekühlt war, fegte ich den Grillkessel aus, wog den Ascheauffangbehälter und ermittelte ein Gewicht von 812 g.

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Anschließend entsorgte ich die Asche und wog erneut den leeren Ascheauffangbehälter.

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Die Weber Briketts 2016 ließen Asche im Gewicht von 298 g zurück.

Brikett-Test Nummer 2 – Greek Fire

Zum Vergleich der ersten Messreihe ließ ich meine Standard-Briketts von Greek Fire antreten. Ein ausführlicher Bericht, in dem alle Eckdaten genannt werden, ist hier nachzulesen.

Der Preis der Greek Fire Briketts liegt zur Zeit bei ca. 20 EURO für 10 kg (2,00 EUR/kg).

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Die zum Teil sehr langen Briketts teilte ich auf eine mehr oder weniger einheitliche Größe…

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…und wog, wie im ersten Test, ebenfalls jeweils 2 x ca. 1.000 g ab.

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Zwei Kilogramm Greek Fire Briketts (43 Stücke) in Reih und Glied.

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Die Greek Fire Briketts nahmen im Anzündkamin in etwa den gleichen Platz ein wie die Weber Briketts.

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Auch die Briketts von Greek Fire benötigten ca. 30 Minuten, bis jedes einzelne Stück durchgeglüht und mit einer gleichmäßigen Ascheschicht versehen war.

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Ich zeichnete nach dem o. g. Vorgehen folgende Daten auf. Es fiel sofort auf, dass die Briketts von Greek Fire (schwarze Linie) in den ersten 60 Minuten durchgängig um ca. 35 Grad Celsius heißer waren und sich die Temperatur von über 200 Grad Celsius ca. 30 Minuten länger hielt. Des Weiteren konnte beobachtet werden, dass die Temperatur ab unter 150 Grad Celsius weniger stark abfiel.

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Nachdem der Grill wieder vollständig abgekühlt war, fegte ich erneut den Grillkessel aus, wog den Ascheauffangbehälter und ermittelte ein Gewicht von 682 g.

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Die Briketts von Greek Fire ließen somit Asche im Gewicht von nur 168 g (Weber: 298 g) zurück.

Brikett-Test Nummer 3 – ALDI

Als Alternative testete ich die Discounter-Briketts von ALDI. Der Preis liegt zur Zeit bei ca. 2 EUR (0,67 EUR/kg). Somit bekommt man für den Preis der Weber oder Greek Fire Briketts die dreifache Menge Brennstoff!

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Wieder wurden 2 x ca. 1.000 g Briketts abgewogen.

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Ausgelegt verteilten sich die zwei Kilogramm ALDI-Briketts auf 80 einzelne, ungleichmäßig große Stücke (Weber: 48 Stücke).

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Das Volumen der ALDI Briketts war hingegen wieder in etwa gleich gegenüber den Weber und Greek Fire Briketts.

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Die ALDI Briketts benötigten zum Durchglühen fünf Minuten weniger (25 Minuten), qualmten und rochen hingegen extrem.

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Folgende Werte wurden beim 3. Brikett-Test festgehalten. Die ALDI-Briketts entwickelten erst einige Minuten später ihre maximale Hitze und hielten diese über einen Zeitraum von ca. 45 Minuten recht gleichmäßig. In den ersten 105 Minuten überboten sie sogar die Maximal-Temperatur der Weber Briketts und lagen in dieser Zeit stets im Temperaturbereich über 200 Grad Celsius.

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Nachdem der Grill wieder vollständig abgekühlt war, fegte ich wiederholt den Grillkessel aus, wog den Ascheauffangbehälter und ermittelte ein Gewicht von 899 g.

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Die ALDI-Briketts hinterließen Asche mit einem Gewicht von sage und schreibe 385 g (Greek Fire: 168 g; Weber: 298 g) zurück.

Brikett-Test Nummer 4 – ProFagus GRILLIS

Der Vierte im Bunde ist die Firma ProFagus mit den Briketts „GRILLIS“.

Der Preis der ProFagus GRILLIS Buchenholz-Briketts liegt zur Zeit bei durchschnittlich ca. 2,00 EUR/kg, in Verpackungseinheiten zu 3 kg, 5 kg oder 10 kg.

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Wieder wurden 2 x ca. 1.000 g abgewogen.

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Die zwei Kilogramm proFagus Grillis bestanden aus 68 einzelnen Stücke.

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Im Anzündkamin nahmen sie, wie die anderen Briketts der vorherigen Testreihen, ein ähnliches Volumen ein.

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Durchgeglüht und mit einer gleichmäßigen Ascheschicht überzogen waren sie nach ca. 30 Minuten startklar.

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Die grüne Kurve spiegelt die Messreihe der Grillis wieder. Diese hielten ca. 45 Minuten lang die hohe Temperatur von ca. 260 Grad Celsius. Erst dann sank die Temperatur 50 Minuten lang ähnlich den Greek Fire Briketts und passte sich anschließend den Temperaturen der Weber Briketts an. Ab 130 Grad Celsius sank die Temperatur hingegen wieder weniger schnell.

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Nachdem der Grill wieder vollständig abgekühlt war, fegte ich zum letzten Mal den Grillkessel aus, wog den Ascheauffangbehälter und ermittelte ein Gewicht von 603 g.

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Die Grillis von proFagus ließen am wenigsten Rückstände zurück. Die Asche hatte ein Gewicht von nur 89 g (Weber: 298 g; Greek Fire: 168 g; ALDI 385 g).

Einen hab´ich noch!
Brikett-Test Nummer 5 – Weber 2016 vs. Greek Fire auf dem Dutch Oven

Zum Test legte ich jeweils ca. 420 g Briketts auf den kalten Deckel meines Dutch Ovens. Die Außentemperatur lag ebenfalls wieder bei 4 Grad Celsius (+-1). Links die neuen Weber Briketts 2016 und rechts die Greek Fire Briketts.

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Nach exakt 90 Minuten hatten die Weber Briketts sichtlich Federn gelassen. Sie waren innerhalb der 90 Minuten extrem geschrumpft. Die Greek Fire Briketts hingegen strahlten noch eine sehr hohe Hitze ab (Hand-Probe).

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Nach 140 Minuten sichtete ich erneut die Briketts, nahm die einzelnen Stücke jeweils zwischen die Grillzange und schüttelte überschüssige Asche runter.

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Während die Weber Briketts kaum noch zu sehen waren, glühten die Greek Fire Briketts nach 140 Minuten immer noch vor sich hin und gaben ordentlich Hitze ab.

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Nach fast 210 Minuten (3,5 Stunden!) lösten sich jedoch auch diese Briketts langsam aber sicher auf.

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Fazit
Die neue Verpackung der Weber Briketts 2016 ist tatsächlich gelungen. Sie bestand stets den extremen Wasser-, Zug- und Reißfestigkeits-Tests.
Enttäuschend war hingegen die maximal erreichte Hitze von nur 250 Grad Celsius für einen Zeitraum von noch nicht einmal 10 Minuten. Des Weiteren fiel auf, dass sich die Weber Briketts ähnlich wie die ALDI Briketts verhalten. Grillen mit Temperaturen über 200 Grad Celsius (Außentemperatur beim Test: 4 Grad Celsius (+-1)) sind mit den beiden Briketts lediglich 105 Minuten lang möglich. Die ALDI-Briketts entwickelten in der Durchglüh-Phase zudem extremen Qualm und stanken sehr stark nach Brandbeschleuniger. Dafür sind sie 3 mal günstiger!

Die GRILLIS von ProFagus hielten in den ersten 105 Minuten die Temperatur sehr stabil und hinterließen 4 Mal weniger Asche als die ALDI Briketts. Die GRILLIS sind nicht ohne Grund eines der beliebtesten Grill-Briketts in Deutschland.

Die Briketts von Greek Fire legten hingegen noch einmal einen drauf. Sie sind die heißesten Briketts im Test, verbrennen durchgehend unwahrscheinlich gleichmäßig, hinterlassen ebenfalls nur wenig Asche, qualmen überhaupt nicht und verhalten sich beim Dutchen (Dutch Oven) mehr als vorbildlich. Sie sind und bleiben mein absoluter Favorit.

Wie ist eure Erfahrung? Was ist euer Favorit?

Greek Fire – Dauertest

Habt ihr schon einmal etwas von Greek Fire gehört? In letzter Zeit stieß ich auf diversen Grillveranstaltungen des öfteren auf diesen Namen, wie zuletzt beim Ruhrpott BBQ in Gelsenkirchen. Grund genug sich die Kohle etwas genauer anzuschauen, von der viele so begeistert sind.

Die Grill-Holzkohlebriketts aus Griechenland werden in Deutschland seit 2013 unter dem Namen Greek Fire exklusiv von Michael Gudduschat vertrieben.
Laut Herstellerangaben besteht die Kohle aus gemahlenen Eiche/Buchen/Hartholz, welche ohne chemischen oder natürlichen Bindemittel gepresst wird. Anschließend werden die ca. 1 m langen Stangen 2 x gebrannt, in 10 – 20 cm lange Stücke gebrochen und in 10 kg Kartons verpackt.

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Dadurch, dass die Kartons rechteckig und stapelbar sind, fällt die sehr gute Lagerfähigkeit auf, denn sie sind sehr platzsparend. Apropos Lagerfähigkeit – damit von aussen keine Feuchtigkeit an die Briketts kommt und kein Staub nach aussen gelangen kann, sind die Kartons mit einer zusätzlichen schwarzen Folie ausgelegt.

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Zum Zünden, werden die Briketts am Besten hochkant in einen Anzündkamin gestellt. Auf Wunsch lassen sich die Briketts mit relativ geringem Kraftaufwand mit den Händen brechen – Sehr praktisch! Zur allgemeinen Freude fiel so gut wie kein Kohlestaub durch den AZK.

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Um völlig durchgeglühte Briketts zu erhalten, benötigt ein voller großer Weber Anzündkamin (oben) ca. 30 Minuten und ein voller kleiner Anzündkamin (unten) etwas unter 20 Minuten Zeit.

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Sehr positiv fiel auf, dass die Briketts beim Start-Vorgangs und während des Durchglüh-Vorgangs überhaupt nicht qualmten und keine Geräusche in Form von z. B. „spritzen“ von sich gaben. Und mit „nicht qualmen“ meine ich ÜBERHAUPT NICHT qualmen!

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Nachdem die Briketts durchgeglüht sind, können sie aus dem Anzündkamin auf das Kohlerost oder in Kohlekörbe geschüttet werden. Spätestens hier zeigt sich, wie formstabil die Greek Fire Briketts sind – keine einzige Stange, bzw. wie in dem Fall vom kleinen AZK, kein einziges Stück zerbrach.

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Das Deckelthermometer zeigte eine Temperatur von 280 Grad an. Wie ich finde, eine recht hohe Hitze, wenn man bedenkt, lediglich einen Kohlekorb gefüllt zu haben. Nun heisst es, Grillrost drauf, Grill Grates vorgeheizt und den ersten Appetizer aufgelegt! Danach grillte ich noch ca. 45 Minuten weiter und erstickte die Briketts anschließend durch schließen der Be- und Endlüftung. Alternativ lassen sich die Briketts auch mit Wasser löschen und können anschließend wiederverwendet werden.

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Zwei Tage später holte ich meinen Grill wieder hervor und staunte über die geringe Aschebildung. Nun füllte ich den kleinen Weber AZK mit ca. einem halben Kilogramm neuer Briketts und oben drauf ca. einem halben Kilogramm der zuvor erstickten Briketts. Wiederum kippte ich die Briketts in den Kohlekorb und konnte erneut keinen Bruch feststellen.

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Diese Vorgehensweise hatte ich in der Vergangenheit auch schon mit anderen Briketts versucht, kam jedoch oft zu schlechteren Ergebnissen. Entweder die Briketts zerbröselten oder waren nur noch so klein, dass sich ein wieder anzünden nicht gelohnt hätte.

Ein weiteres Mal wollte ich es genau wissen und wog jeweils vorher und nachher die unverbrauchten und gebrauchten Briketts.

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Ergebnis: unverbraucht 980 g / gebraucht 450 g
Wenn man also zu jeder neuen 500 g Ladung, jeweils 500 g alte Briketts hinzufügt, kann man nach Adam Riese mit einem 10 kg-Karton mindestens 19 Mal grillen. Bei einem Preis von durchschnittlich 19,90 EUR/10 kg grillt man fortan für lediglich ca. 1 EUR/Grill-Session. Berücksichtigen muss man jedoch, dass bei meinem Test nur ein Kohlekorb Verwendung fand, die Temperatur von über 250 Grad über einen Zeitraum von über 3 Stunden jedoch für sich sprach! Für die meisten Einsätze wie Lachs auf Planke, Geflügel/Gyros von der Rotisserie oder Spareribs reicht die Menge absolut aus.

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Übrigens, die Brenndauer wird laut Herstellerangaben mit 4 – 5 Stunden angegeben. Vervierfachen lässt sich die Zeit durch Einsatz eines Minion-Rings.

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Die folgenden Vorteile bestätigten sich auch nach meinem Dauereinsatz über mehrere Wochen.

– sehr gute Lagerfähigkeit
– „natürlich“ ohne chemische Zusatzstoffe (keine Bindemittel o. Brandbeschleuniger)
– mit geringem Kraftaufwand zu portionieren
– kein spritzen
– kein qualmen
– formstabil
– hohe Hitze
– lange Brenndauer
– Minion-Ring-erprobt
– optimal zum Nachfeuern
– wenig Asche
– in Wasser lösch- u. anschließend wiederverwendbar

Zusammengefasst muss ich die Greek Fire Briketts ausdrücklich loben. Die größten Vorteile sind für mich die sehr gute Lagerfähigkeit, kein qualmen, ausgasen, stinken und somit optimal zum Nachlegen, sowie die Formstabilität beim Wiederverwenden.

Probiert die Briketts auf alle Fälle einmal aus, ihr werdet begeistert sein!

Auch interessant: Der umfangreiche Grillbrikett-Test 2016

Irish Beef alla Fiorentina (Beef-Tester)

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Heute kam mein Beef-Tester-Gourmet-Paket, ausgerufen von Irishbeef.de und geliefert von Otto-Gourmet, auf den heißen Grill.

Hier die Protagonisten im gefrorenen Zustand.

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2 x 280 g Irish Hereford Strip Loin „dry aged“
2 x 280 g Irish Hereford Ribeye „dry aged“
2 x 800 g Irish Hereford T-Bone
Macht zusammen ca. 2,7 kg Fleisch.

Leider saßen am Tisch lediglich 3 wirklich echte Fleischesser, sodass ich 1 T-Bone (für schlechte Zeiten) im Gefrierschrank ließ.

Da meine T-Bones bzw. Porterhouse-Steaks (sie hatten wirklich einen sehr großen Filet-Anteil) nicht vom „Cianina Rind“ stammen, konnte ich das Gericht natürlich nicht „Bistecca Fiorentina“ nennen, sondern bezeichnete es als „Irish Beef alla Fiorentina“.

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Zutaten
2 T-Bone- / Porterhouse-Steaks
6 EL Olivenöl
4 Zweige Rosmarin
4 Knoblauchzehen
2 TL schwarzer Pfeffer, gemahlen
2 TL Fleur de Sel
1 TL frischer Oregano

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Knoblauch und Oregano klein hacken und mit dem Salz und Pfeffer vermischen. Anschließend die mit Olivenöl bestrichenen Steaks damit einreiben und zusammen mit den Rosmarin-Zweigen in einen Gefrierbeutel für ca. 12 Stunden marinieren.

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Während die Teller schon einige Zeit vorher vorgewärmt wurden, bereitete ich den Grill für extrem hohe Hitze (über 300 Grad) mit spezieller Steak-House-Kohle vor und legte den gusseisernen Rost auf.

Das „T-Bone alla Fiorentina“ bekam direkte Hitze von jeweils 2,5 min. pro Seite und landete anschließend bei einer Gartemperatur von ca. 110 Grad in einem weiteren Grill und garte bis zu der Ziel-Kerntemperatur von 54 Grad ca. 15 – 20 min. lang.
Nachdem das Steak mit Murray River Salt Flakes und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer bestreut wurde, konnte es weitere 4 Minuten in Alufolie entspannen und wurde anschließend filetiert.

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Nun folgten die 4 dry aged Cuts „Strip Loin“ und „Ribeye“ – einfach mit Fleur de Sel und schwarzem Pfeffer gewürzt.

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Fazit
Das Irish Beef alla Fiorentina ist das beste Steak, welches ich jemals gegessen habe. Es war unwahrscheinlich zart, saftig und hatte einen herzhaften Geschmack, welches durch das Marinieren noch intensiviert wurde.
Die anderen beiden naturbelassenen Cuts waren relativ dünn, sodass die 90/90 sec. genau richtig gewählt waren. Das Strip Loin hatte einen herzhaften Geschmack und war zart, dass Ribeye zudem noch unwahrscheinlich saftig.
Danke Irishbeef.de für den schönen Abend!

P.S. In der Regel gehe ich nicht näher auf Beilagen ein, jedoch gebührt neben den Salaten und der Pilzpfanne speziell den Rosmarin-Honig-Kartoffeln ein eigener Bericht. Sie waren sensationell und werden zukünftig garantiert öfter serviert. Unbedingt nachgrillen!

Beef Brisket vom Watersmoker

Zutaten
– Meersalz (sehr grob)
– Pfeffer schwarz (grob gemahlen)
– 3,2 kg American Beef Rinderbrust von der Metro (8 EUR/kg)

Da wir Gäste eingeladen hatten, gab es als Backup 4 Stränge 3-2-1-Spareribs.

Das Essen war für Samstag-Abend 18.00 Uhr geplant.
Meine Rechnung lautete: 2 Std./Pfund = ca. 13 Stunden.
Da die Brust jedoch relativ flach war, plante ich nur 11 Stunden ein und wählte die Backpapier-Methode von Aaron Franklin.

Freitag-Abend
– Silberhaut der Ribs entfernt und 1 Stunde in Apfelsaft eingelegt
– Ribs gut abgetupft, dann gerubbt mit Magic Dust nach Meathead und über Nacht in Frischhaltefolie eingewickelt
– Rinderbrust pariert, 250 ml Rinderbrühe mit einer Marinadenspritze injiziert und ebenfalls über Nacht in Frischhaltefolie eingewickelt
– Hickory Woodchips über Nacht gewässert
– BBQ-Sauce nach Master Sir Buana gekocht

Samstag
05.00 Uhr
– Fleisch aus den Kühlschrank genommen und 1 Stunde Raumtemperatur annehmen lassen
– ca. 15 Briketts vorgeglüht und den Weber Smokey Mountain Cooker 57 (kurz WSM) vorbereitet

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05.30 Uhr
– eine Gießkanne heisses Wasser eingefüllt, WSM auf 115 Grad GT eingeregelt und auf Rosthöhe kontrolliert
06.00 Uhr
– Rinderbrust gewürzt mit Salz und Pfeffer und auf den obersten Rost gelegt

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06.00 Uhr – 11.00 Uhr
– für 5 Stunden mit Hickory Woodchips geräuchert und sparsam aber regelmäßig mit Apfelsaft besprüht

Nachfolgend die aufgezeichneten Kerntemperaturen bei einer durchgängigen Gartemperatur von 110 – 115 Grad:
06.00 Uhr – 13 Grad
06.45 Uhr – 40 Grad
07.15 Uhr – 51 Grad
07.50 Uhr – 60 Grad

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08.45 Uhr – 64/65 Grad
10.50 Uhr – 65 Grad
10.55 Uhr – 66 Grad (in Backpapier eingewickelt)
12.00 Uhr – 73 Grad
12.30 Uhr – 77 Grad
12.45 Uhr – 79 Grad
13.15 Uhr – 81 Grad
13.45 Uhr – 84 Grad
14.00 Uhr – 86 Grad
14.45 Uhr – 89 Grad
15.00 Uhr – 89 Grad
15.01 Uhr – 90 Grad
15.28 Uhr – 91 Grad
16.10 Uhr – 92 Grad (geschafft)

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16.29 Uhr – Zum Entspannen und Warmhalten im noch eingepackten Zustand bei ca. 50 Grad in den Backofen gelegt
17.30 Uhr – das Fleisch gegen die Faser aufgeschnitten

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Volle Auflösung mit Lupe

Nachfolgend die Zeiten für die 3-2-1-Spareribs
08.00 Uhr – Spareribs aufgelegt u. 1,5 Std. geräuchert, 1,5 Std. weiter gegart, regelmäßig mit Apfelsaft besprüht, dann 4 Stunden abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen
15.00 Uhr – Spareribs mit Apfelsaft in die Edelstahlschale und für 2 Stunden bei 140 – 150 Grad in den Kugelgrill Dampf gegart
17.00 Uhr – Spareribs im WSM moppen, Temperatur hochfahren lassen

Die Arbeit (war ja eigentlich gar keine), besser die Wartezeit, hat sich absolut gelohnt. Meine Gäste und meine Familie genossen das super-zarte und -saftige Brisket mit dem deutlich zu erkennenden Rauchring zusammen mit Country-Potatoes, Salat, Dips usw. und selbstverständlich den Spareribs!
Das Gericht wird beim nächsten Mal unverändert wiederholt!