Strip Loin von der Fetten Alten Kuh

Immer wieder lese und höre ich von der „Fetten Alten Kuh“ und staune nicht schlecht über die positiven Eindrücke ihrer Verkoster. Doch was verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Fette Alte Kuh“ und schmeckt das Fleisch wirklich so gut? bigBBQ.de wollte es unbedingt wissen und ließ sich ein solches Stück Fleisch nach Hause schicken.

Beliefert wurde ich vom erfolgreichen Online-Fleischversand „Die Fleischgeniesser.de“. Dessen Fleisch vergrillte ich schon zweimal. In den nachfolgenden Berichten könnt ihr mehr über den Online-Fleischversand erfahren:
Kotelettbraten vom niederbayerischen Landschwein mit Haselnusskruste u. Rosmarinmöhren
Rumpsteak u. Ribeye-Steak vom Simmentaler Rind

Hier seht ihr das Prachtexemplar – ein Strip Loin der Fetten Alten Kuh mit folgenden Eckdaten:

  • Strip Loin (ungefroren geliefert)
  • Extra Dry Aged (6 Wochen extra lange gereift)
  • reinrassiges Simmentaler
  • 1,1 kg schwer
  • 7,5 cm dick
  • Preis: 48 EUR/kg
  • Schlachtgewicht: 500,8 kg
  • Handelsklasse U+4+, d. h. sehr vollfleischig, sehr fett
  • geboren war die Kuh am 08.09.2006
  • geschlachtet am 18.02.2015
  • die letzte Kalbung lag mehr als 15 Monate zurück
  • Geburt: Bayerischer Wald, den Geburtsbetrieb nie verlassen

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Das Fleisch ist fast tief-rot, das Fett ist sehr fest, der Geruch ist eher neutral, die Anmutung ist vollkommen frisch! Wahnsinn, dass dieses schöne Stück Fleisch von einer fast 9 Jahre alten Kuh stammt!
Wenn man über das fast wachsartig anmutende Fett streicht, bildet sich an den Fingern ein Fettfilm. Dies war sehr auffällig, denn alles was ich danach berührte, glänzte wie von einer Speckschwarte bestrichen. :-)
Laut „Die Fleischgeniesser.de“, wird die Fette Alte Kuh eine Woche nach der Schlachtung auf die einzelnen Teile zerlegt. Des Weiteren heißt es im Originaltext der Website:
Der Rinderrücken wird in ein in Salzwasser getränktes Leinentuch gehängt und reift für weitere fünf Wochen in unseren Kühlräumen. Nach ein paar Tagen trocknet das Leinentuch und legt sich fest an das Fleisch. Die Oberfläche des Rinderrückens trocknet aus und im Inneren reift ein Stück Fleisch heran, das Steakexperten auf der ganzen Welt begeistert.

Genug der Theorie, nun möchte ich nur noch die Zubereitung zelebrieren und anschließend den Geschmack genießen!
Ich holte das Strip Loin Extra Dry Aged 3 Stunden vor der Vergrillung aus dem Kühlschrank, damit es Raumtemperatur annehmen kann. Das Big Green Egg wurde auf direkte Hitze vorbereitet und der gusseiserne Grillrost aufgelegt. Als ungefähr 350 Grad erreicht waren, konnte es endlich losgehen.

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Das zuvor mit Murray River Salt Flakes bestreute Fleisch wurde zuerst 90 Sekunden auf der 10 Uhr-Stellung und anschließend für weitere 90 Sekunden auf der 2 Uhr-Stellung gegrillt.

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Anschließend wurde der Vorgang auf der anderen Seite wiederholt.

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Nachdem auch dieser Vorgang abgeschlossen war, musste der Grill auf indirekte Hitze umgebaut werden. Dazu entfernte ich den gusseisernen Rost und platzierte stattdessen den ConvEGGtor und den Edelstahlrost, der weniger Wärme leitet. Auf den Grillrost platzierte ich das Fleisch und stach anschließend die Nadel des Temperaturfühlers ein.

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Das Big Green Egg ließ ich auf eine Gartemperatur von ca. 150 Grad einpendeln. Nun hieß es Geduld zu waren.

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Nach genau 44 Minuten war die angepeilte Kerntemperatur von 55 Grad erreicht. Schaut euch an, wie sehr das Fett geschmolzen ist und an dem Grillrost heruntertropfte. Einfach köstlich! :-)

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Nun ließ ich das Fleisch ca. 5 Minuten ruhen, dann durfte endlich angeschnitten werden. Beim Anschnitt trat relativ wenig Saft aus.

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Wow! Das sah hammermäßig aus und der Geruch war der helle Wahnsinn! Einen solch (positiv) gewöhnungsbedürftigen Geruch hatte ich zuvor noch nie vernommen! Der Geruch erinnerte mich an Weide, Gras, Heu, Milch und Thymian. Weil es so schön anzusehen war, zeige ich euch hier noch einmal weitere Ausschnitte.

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Die 55 Grad Kerntemperatur war für meinen Geschmack genau richtig gewählt!

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Aufgeregt legte ich mir nun endlich ein kleines Stückchen einer Tranche auf die Zunge und verspürte eine leicht rahmige Note von Buttermilch. Dann biss ich zu – das Fleisch war minmal grobfasriger und gut im Biss, dabei alles andere als zäh! Es folgte die Offenbarung, eine sehr lange und intensive Geschmacksexlosion! Der Geschmack des Fleisches war extrem nussig und es kamen noch weitere Gewürze zum Vorschein, die ich allerdings nicht richtig erkennen konnte bzw. die mir unbekannt waren.

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Wissen solltet ihr, dass der eigentliche Geschmack und Geruch dem Fett zu Gute geschrieben wird. Erst das Fett macht die Fette Alte Kuh zu dem, welches sie ist. Also schneidet das Fett auf gar keinen Fall ab oder kommt auf die Idee es zu stutzen! Bis auf die Murray River Salt Flakes hatte ich das komplette Steak ohne einem zusätzlichen Gewürz verspeist. Warum? – Weil es einfach nicht nötig war!

Fazit
Dieses Stück Fleisch spielt meines Erachtens in der ersten Liga und muss sich hinter Kobe & Co. keinesfalls verstecken! Noch besser: Nach dem Verzehr meines 100 g Kobe-Probierpakets, Anfang des Jahres, war ich pappsatt! Interessant war, dass ich von der Fetten Alten Kuh im Gegensatz zum Koberind viel mehr essen konnte, da das Sättigungsgefühl später (normal) eintrat. Das Preis-/Leistungsverhälnis ist mit ca. 48 EUR/kg absolut gerechtfertigt.
Freunde, ich habe schon viele Steaks gegessen, sehr viele sogar! Solch ein leckeres Steak hatte ich jedoch zuvor noch nicht gegessen und verleihe aus diesem Grund dem Steak das Prädikat: „Mein bestes Steak“. Dadurch rutscht das Steak „Irish Beef alla Fiorentina“ nach 2 Jahren auf den 2. Platz.
Das Strip Loin von der Fetten Alten Kuh ist das absolute Steak für Hardcore-Griller. Schaut´s euch an und probiert es aus!