Der Wurster im Praxistest

Ich habe von ihm das erste Mal auf der IFA 2015 im September gehört: ein Gerät, welches innerhalb von fünf Minuten die perfekte Bratwurst grillen soll. Als ich das hörte, wurden meine Grilleraugen immer größer, und ich sehnte seither den Verkaufsstart der Wundermaschine herbei. Die Rede ist vom Wurster, dem neuesten Küchengerät der Firma Severin aus Sundern im Sauerland.

Damit ich euch die Technik des quasi All-in-One Grills und Toasters näher bringen kann, war Severin so freundlich, mir ein Produktmuster zur Verfügung zu stellen. Für mich persönlich wollte ich herausfinden, ob und wie sehr familienfreundlich der Wurster ist und ob er sich gut reinigen lässt.

Die erste positive Überraschung

Die erste positive Überraschung kam just in dem Moment, als ich den Wurster aus dem Karton nehmen wollte. Ich erwartete stets ein elektrisches Gerät aus Kunststoff oder Metall, stattdessen sah ich auf eine nostalgisch angehauchte Kiste, mit zwei Transportgriffen an den Seiten und einer Fronttür mit dem Branding „Wurster“. Die Überraschung war zweifelsohne geglückt!

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Nach dem Öffnen der Fronttür fiel mir die 40-seitige sehr ausführliche Bedienungsanleitung (DE/GB), eine Schnellstart-Anleitung und eine handliche Wurster-Grillzange aus Holz in die Hände.

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Sicher verpackt, entnahm ich den Wurster aus seiner Transportbox und inspizierte sehr genau sein Äußeres. Der Wurster besteht aus einem stabilen Metallchassis, welches auf vier Gummi-Füßen steht und ca. 6 kg wiegt. Die Frontseite wird durch ein großes „Wurster“-Logo verziert. Im mittleren Bereich der Frontseite befindet sich der Schieber zum Start des Grillvorgangs, im unteren Bereich informiert eine LED-Anzeige über die verbleibende Zeit. Gesteuert wird das Gerät über die unter der LED-Anzeige befindlichen fünf Tasten, dazu später mehr.

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Ein Blick ins Innere des Wursters

Das Gerät wird, ähnlich wie bei einem Toaster, von der Oberseite mit maximal zwei Würstchen bestückt. Dabei fällt die Wurst in den runden Wurstschacht des herausnehmbaren Rösteinsatzes.

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Der Rösteinsatz lässt sich mühelos und ohne dass eine Schraube gelöst werden muss, aus dem Gehäuse ziehen.

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Im fast leeren Inneren des Gehäuses erkennt man die beiden leistungsstarken Heizspiralen, welche eine Leistung von 2.000 Watt erbringen. Sollten sich wider Erwarten Essensreste im unteren Bereich des Gehäuses befinden, können diese durch die an der Rückwand befindliche Reinigungsklappe entfernt werden.

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Zur peniblen Reinigung des Rösteinsatzes können die Edelstahl-Reflektoren durch eine kurze Drehung entnommen werden. Die beiden verbleibenden Federn im Rösteinsatz können zur Reinigung ebenfalls entnommen werden.

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Die erste Inbetriebnahme

Als Erstes werden die beiden Würstchen durch die jeweiligen Wurstschächte herabgelassen. Bitte achtet darauf, die Würstchen ca. 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank zu nehmen – andernfalls verlängert sich die Garzeit.

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Nun wählt man für ein dickes Würstchen mit einem Durchmesser von +- 30 mm die erste Taste „dicke Wurst“ (Garzeit 5:00 min.) oder für ein dünnes Würstchen mit einem Durchmesser von +- 20 mm die zweite Taste „dünne Wurst“ (Garzeit 4:30 min.).

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Die anderen drei Tasten sind auch ganz schnell erklärt.

3. Taste: Vorzeitiges Beenden des Grill- oder Warmhaltevorgangs
4. Taste: Grilldauer manuell um 30 sec. erhöhen (kurz drücken bis Grilldauer max. 10 min.) oder reduzieren (lang drücken)
5. Taste: Warmhalten bis zu 30 min.

Der Garvorgang wird durch Herunterdrücken des Schiebers im mittleren Bereich der Frontseite, ähnlich wie bei einem Toaster, ausgelöst.

In der Regel muss der Wurster vorheizen, es sei denn er war unmittelbar vorher in Betrieb. Die Vorheizzeit richtet sich nach der Gerätetemperatur und wird durch folgendes Laufbild dargestellt.

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Übrigens, Severin empfiehlt eine minimale Wurstlänge von 160 mm und eine maximale von 220 mm. Meine Lieblingswurst von meinem Lieblingsmetzger ist immer zwischen 230 mm und 240 mm lang. Diese guckte im Test zwar Anfangs etwas aus dem Rösteinsatz heraus, sackte jedoch nach ca. 3 Minuten um einige Millimeter zusammen und wurde auch am äußeren Ende ausreichend braun. Andernfalls sollten die Würstchen einmal kurz gedreht werden.

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Da liegen sie nun endlich – die ersten beiden Würstchen aus dem Wurster. Aber was heißt hier eigentlich endlich? So lange hat das überhaupt nicht gedauert! Ganz im Gegenteil sogar…

– Stecker rein
– Würstchen rein
– Taste „dicke Wurst“ drücken

…und gerade einmal fünf Minuten später, nachdem mein fünfjähriger Sohn den Schieber betätigte, konnten wir die perfekt gebräunte Bratwurst bewundern. Genauso sollte sie meines Erachtens aussehen und auch schmecken!

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Der Geschmackstest

Severin hat übrigens an alles gedacht. Zur perfekten Bratwurst gehört ein schmackhafter Senf oder eine leckere Sauce.

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Von links nach rechts testete ich folgende Produkte:

– Wurster Bullenritt – Currysoße
– Wurster Ladykiller – feiner BBQ-Kaviar Senf
– Wurster Der Burner – Chili Senf
– Wurster Gaumenkitzler – Orangen-Karamell Senf
– Wurster Heulsoße – Chilli Curry Ketchup (oben nicht abgebildet)

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Vor allem die drei Senf-Varianten haben mir dabei sehr gut gefallen!

Während meine Frau mit mir zusammen den Senf testete, bereitete mein kleiner Sohn schon die nächsten Würstchen zu. Danach folgte ein Hotdog Spezial mit gebratenen Zwiebeln von meiner Tochter.

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Doch nicht umsonst hatte ich noch ein paar Scheiben Bacon im Kühlschrank. Jeweils zwei Scheiben davon wickelte ich stramm um eine bereits für 3:30 min. gegarte Wurst und fixierte das Ende mit einem Zahnstocher.

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Dieses Würstchen garte erneut für ca. 3:30 min. und bekam in dieser Zeit den perfekt gegrillten Bacon verpasst. Schaut euch den fertigen Bacon-Knusper-Mantel einmal in der Detailaufnahme an.

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Fertig ist die Bacon Wrapped Gourmet-Wurst, verfeinert mit BBQ-Kaviar Senf. Allen Ernstes ein Gedicht!

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Die Reinigung

Während dieser Zeit bereiteten wir genau zehn Würstchen zu und waren alle sehr gespannt vor dem uns zuvor stehenden Schmutz im Inneren des Wursters. Doch weit gefehlt – von Schmutz und Essensresten war trotz der Zubereitung von zwei Bacon-Würsten kaum die Spur. Der obere Bereich des Rösteinsatzes wurde kurzerhand feucht abgewischt und die Fettschale mit etwas Spülmittel unter heißem Wasser gereinigt. Die inneren Reflektoren waren nicht verschmutzt.

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Fazit

Der Severin Wurster tut was er soll. Er gart und bräunt die perfekte Bratwurst für einen Preis von 399,95 EUR (z. B. hier im Shop).
Es ist eindeutig ein familienfreundliches Küchengerät, welches in meiner Familie magische Anziehungskraft auf Kinder hat und Erwachsene neugierig macht. Der Wurster ist in Windeseile einsatzbereit, die Bedienung ist kinderleicht, das Ergebnis ist perfekt, die Reinigung geht schnell von der Hand. Sein Einsatzgebiet könnte des Weiteren auf kleinen Partys, in kleinen Unternehmensküchen, Spielhallen, Tankstellen, Backshops u.v.m. sein.

Sous-Vide Dry Aged Bone-In Rib-Eye-Steak vom Beefer

Zutaten
1,2 kg Bone-In Rib-Eye-Steak (Dry Aged)
Murray River Salt Flakes

Hardware
Beefer Original
Severin FS 3609, Vakuumiergerät, schwarz
Severin SV 2447, Sous-Vide Garer

Über ein Steak kann man viel erzählen. Angefangen von Wet Aged Australian-, American-, Irish-Beef und Kobe über Dry Aged-Beef vom Simmentaler Rind, der Alten Fetten Kuh u. v. m., habe ich in den letzten Jahren viel Zeit und Geld investiert, um das für mich perfekte Steak ausfindig zu machen.

Auch was die Steak-Zubereitung angeht, habe ich von Premium-Steakhouse-Kohle erhitzten gusseisernen Rosten, über Grill Grates, Sizzle Zone, Caveman Style u. v. m. schon meine Erfahrungen gesammelt.

Heute ist wieder eine solche Premiere. – Nein, sogar eine Doppel-Premiere! Sous-Vide und Beefer!

Für diejenigen, die das zum ersten Mal lesen, möchte ich meine heute ausgewählte Zubereitungsmethode kurz erklären.

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Sous-Vide

Sous-Vide kommt aus dem Französischen und bedeutet: „sous“=„unter“ und „vide“=„Vakuum“. Manche nennen die Garmethode auch einfach „Vakuumgaren“. Dazu wird zuerst die Speise (Fleisch, Fisch o. Gemüse) in einen Vakuum-Beutel verschweißt und anschließend in ein relativ niedrig temperiertes Wasserbad gelegt. Die Speisen können über einen relativ langen Zeitraum „in Ruhe“ die voreingestellte Wassertemperatur annehmen. Bei dieser Art des Niedrigtemperaturgarens ist ausgeschlossen, dass das Gargut (in unserem Fall das Steak) eine höhere Kerntemperatur erhält als die voreingestellte Wassertemperatur. Ein weiterer Vorteil ist, dass dem Gargut im Beutel Gewürze und Kräuter hinzugegeben werden können, die von den Speisen sehr intensiv angenommen werden und das die Feuchtigkeit des Garguts den Beutel nicht verlassen kann.
Einen Nachteil beim Garen eines Steaks im Vakuumbeutel gibt es leider auch. – Das Fehlen der Röstaromen.
Alternativ könnte man anstelle der o. a. Variante des „Rückwärtsgarens“ das Steak auch in einen relativ niedrig temperierten Backofen legen. Der Nachteil der Backofen-Variante ist jedoch, dass das Fleisch austrocknen und die Temperatur nicht konstant gehalten werden kann.

Beefer

Das Prinzip des Beefers habe ich in meinem Unboxing-Bericht bereits beschrieben. Kurz zusammengefasst ist der Beefer die ideale Methode, dem Steak mit höchster Temperatur (800 Grad Celsius), in kürzester Zeit eine durchgehende Kruste mit wohlschmeckenden Röstaromen zu verleihen.

Genug der Theorie, schauen wir uns das Dry Aged Bone-In Rib-Eye-Steak von yourbeef.de an. Es ist 1,2 kg schwer, 7 cm dick und 28 Tage Dry Aged. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, wie schwer es ist, dem Kern eines solch dicken Steaks einen durchgängig rosa-roten (medium) Kern zu verleihen. Das sollte dank Sous-Vide ein Kinderspiel sein.

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Als Erstes viel mir der optisch hübsch anzusehende, vom Fleisch befreite, freistehende Knochen auf und stellte mir die Frage: „Passt das Gerät denn überhaupt noch in den Beefer?“
Frei nach dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht.“, musste ich den freistehenden Knochen leider entfernen.

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Nach der „Anprobe“ wurde das Steak in einem Vakuumbeutel gelegt, die Luft entzogen und verschweißt. Ein gesonderter Erfahrungsbericht des Vakuumiergeräts Severin FS 3609 folgt demnächst.

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Nun wurde der Sous-Vide Garer mit warmen Wasser befüllt und auf eine Wassertemperatur von genau 52 Grad Celsius eingestellt. Da der Severin SV 2447 eine Abweichung von max. 1 Grad Celsius verspricht, rechnete ich nach dem Wasserbad mit einer Kerntemperatur von max. 53 Grad Celsius plus 1 bis 2 Grad Celsius, die beim Beefen hinzukommen, ergibt ca. 54 bis 55 Grad Celsius beim fertigen Steak. Auch vom Sous-Vide Garer Severin SV 2447 wird es demnächst noch einen gesonderten Erfahrungsbericht geben.
Und nun heißt es für ca. 5 Stunden, „rein mit dem Steak ins warme Wasserbad“!

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Während der Beefer vorheizte, schnitt ich den Vakuumbeutel auf und legte das Steak auf den Rost.

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Das Steak wurde kurz vor dem Einschieben in den Beefer mit einem Küchentuch grob trocken getupft und großzügig mit Murray River Salt Flakes bestreut.

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Das Steak lag unmittelbar unter dem Brenner. Im unteren Bild ist sehr schön zu erkennen, welche Dimensionen das Steak im Beefer einnimmt.

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Nach genau 60 Sekunden bescherte das Steak dem Betrachter eine durchgehende, gleichmäßige Kruste mit leckeren Röstaromen.

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Anschließend wurde das Steak gewendet, sodass die andere Seite ebenfalls 60 Sekunden im Beefer verweilen durfte. Während der relativ kurzen Zeit von zweimal 60 Sekunden, wirken extreme 800 Grad Celsius auf die Oberfläche des Steaks. Man sollte zeitmäßig stets auf der Hut sein, denn eine 5 bis 10 Sekunden längere Garzeit könnte das Steak schon verbrennen lassen.

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Hier ist es nun! – Das perfekt zubereitete Steak! Die Oberfläche ist auf beiden Seiten gleichmäßig gebräunt.

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Zeit für den Anschnitt. Das Dry Aged Bone-In Rib-Eye-Steak besaß wie erwartet einen durchgehend rosa-roten Kern und eine grandiose braune Salzkruste.

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So muss das sein. Von innen saftig und zart, von außen kross und würzig. So hat ein Steak auszusehen und zu schmecken!
Bei dicken Steaks kommt Sous-Vide für den Beefer wie gerufen. Selbst mit einem Sous-Vide-Einstiegsgerät erhält man perfekte Ergebnisse!
Freut euch demnächst auf viele weitere leckere Gerichte aus der Steakmaschine schlechthin, meinem Beefer!