3-2-1 Dicke Rippe

Mir ist vor Kurzem aufgefallen, dass ich euch bis heute noch nicht die fleischreichere Variante der berühmten 3-2-1 Spareribs vorgestellt habe. Die Rede ist von der Dicken Rippe, auch Brustspitze, Brust oder Brüstel genannt. Meist werden die in ca. 1.000 g erhältlichen Stücke in der gutbürgerlichen Küche mit dem Knochen geschmort oder dienen in geräucherter oder gepökelter Form als Fleischeinlage in Eintöpfen.

Der große Vorteil der Dicken Rippe, im Gegensatz zu den normalen Schälrippchen, ist der hohe Fleischanteil. Der Nachteil hingegen ist der hohe Fettgehalt von ca. 20 Prozent. Da es sich um langfasrige Fleischstücke handelt, müssen sie bei geringer Hitze, lange Zeit gegart werden (low & slow). Daher bietet es sich gerade zu an, die fleischreiche Dicke Rippe nach der 3-2-1 Methode zu garen. Wie das ganz genau vonstattengeht, hatte ich euch bereits hier beschrieben: 3-2-1 Spareribs

Nachdem die einzelnen Stücke mit euerm Lieblings-Rub eingerieben wurden und der Rub über Nacht im Kühlschrank einwirken konnte, landet das Fleisch auf dem Rost und verweilt dort für 3 Stunden (Phase „3“) bei ca. 110 – 120 Grad. Einige in Wasser getränkte Hickory Wood Chips werden zu Beginn auf die glühenden Kohlen gelegt, sodass es sofort beginnt zu qualmen.

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In der Phase „2“ verweilen die Fleischstücke für weitere 2 Stunden, bei ca. 120 – 140 Grad, in dem Grill. Am Besten nutzt ihr dafür die “IKEA KONCIS Ofenform mit Rost” oder einen anderen geeigneten Behälter und füllt ihn mit 0,75 Liter Apfelsaft oder Cidre (selbstverständlich kann auch Bier oder Wein verwendet werden). Die Ofenform verschließt ihr “luftdicht” mit Alu-Folie.

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Ihr seht, nachdem die Phase „2“ abgeschlossen ist, dass sich das Fleisch etwas zurückgezogen hat und die Knochen zum Vorschein kommen.

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In der Phase „1“ (eine Stunde) muss das Fleisch das erste Mal mit BBQ-Sauce bestrichen werden. Damit die “Glaze” ordentlich trocknen kann, sollte der Grill dazu auf eine Temperatur von ca. 150 Grad eingeregelt werden. Das Bestreichen der Dicken Rippe sollte noch weitere 2 – 3 Mal, jeweils nach ca. 15 min., wiederholt werden.

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Fertig ist die Dicke Rippe nach der 3-2-1 Methode. Da es mir in diesem Bericht lediglich darum geht, auf die meist unterschätzte Dicke Rippe hinzuweisen, findet ihr eine detailliertere Anleitung hier, am Beispiel von Spareribs.

Pimp my Weber Smokey Mountain Cooker 57, Teil 1 und 2

1. Pimp „Transporthilfe“
Der Weber Smokey Mountain Cooker 57 (kurz WSM) hat ein Leergewicht von ca. 30 kg. Hinzu kommt der Inhalt einer vollen Gießkanne Wasser, 5 kg Briketts und das Grillgut. Somit kommen wir locker auf ein Gewicht von ca. 50 kg aufwärts – die sich im Betrieb nicht mehr so schnell bewegen lassen.
Daher ist es naheliegend, dass sich viele WSM-Besitzer eine Transporthilfe wünschen, die Weber jedoch nicht vorgesehen hat.

Materialliste
1 x Siebdruckplatte Birke 770 mm x 770 mm x 18 mm
3 x Inbusschraube M10 x 35 mm
3 x Hutmutter
3 x Unterlegscheibe
3 x Lenkrollen 75 x 25, feststellbar

Bevor ich mir die Siebdruckplatte zulegte, erstellte ich mir eine Größen-Schablone und ermittelte einen Durchmesser von 770 mm.

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Ich schlug einen Nagel ins Zentrum der Platte und befestigte an ihm ein Tau, am anderen Ende einen Bleistift und zeichnete einen Kreis.

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Der Rand des ausgesägten Kreises schliff ich mit einem Deltaschleifer. Auf dem ausgesägten Kreis stellte ich das Unterteil des WSM, zeichnete 3 Löcher an, bohrte sie und installierte die Rollen. Die etwas zu langen Schrauben kürzte ich mit einem Trennschleifer und zog danach die Hutschrauben an.
Mit dem Restholz baute ich mir 3 kleine Arretierungshilfen und fixierte diese mit jeweils einer Schraube.

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Nun kann der WSM bequem von seinem Stellplatz zu seinem Einsatzort geschoben werden, auch über Rasen!
Durch die feststellbaren Bremsen steht er auf dem Unterbau genauso fest und sicher wie auf seinen eigenen Beinen.

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2. Pimp „Thermometer-Kabeldurchführung“
Der WSM hat speziell gebördelte Kanten am Deckelrand, damit kein Rauch und keine Wärme entweicht. Leider ist es relativ unsicher, die Kabel der Messfühler eines Thermometers zwischen dem Deckel und dem Deckelrand zu legen, da ein Kabelbruch droht. Eine Lösung musste her.

Materialliste
1 x Edelstahl-Schraube M10 x 25 mm
1 x Unterlegscheibe

Durch die Edelstahl-Schraube wird zentriert, längst ein Loch mit einem Durchmesser von 6,5 mm gebohrt. Durch dieses Loch können die beiden Temperaturfühler des Maverick ET-732 geführt werden.

Danach wird eine der 4 Grillrost-Halterungen (am besten hinten-rechts) abgeschraubt und das bestehende obere Loch mit einem Durchmesser von ca. 6 mm auf 10 mm aufgebohrt, ebenso der Grillrost-Halter. Anschließend wird das Loch mit Ofenlack versiegelt und mit einem Gasbrenner gehärtet.

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Nun können die Temperaturfühler einzeln von aussen nach innen eingeführt werden und quetschen nicht mehr zwischen Deckel und Deckelrand.

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Bei Nichtbenutzung der Kabeldurchführung kann das Loch durch eine weitere Schraube oder durch Alufolie verschlossen werden.

Beef Brisket vom Watersmoker

Zutaten
– Meersalz (sehr grob)
– Pfeffer schwarz (grob gemahlen)
– 3,2 kg American Beef Rinderbrust von der Metro (8 EUR/kg)

Da wir Gäste eingeladen hatten, gab es als Backup 4 Stränge 3-2-1-Spareribs.

Das Essen war für Samstag-Abend 18.00 Uhr geplant.
Meine Rechnung lautete: 2 Std./Pfund = ca. 13 Stunden.
Da die Brust jedoch relativ flach war, plante ich nur 11 Stunden ein und wählte die Backpapier-Methode von Aaron Franklin.

Freitag-Abend
– Silberhaut der Ribs entfernt und 1 Stunde in Apfelsaft eingelegt
– Ribs gut abgetupft, dann gerubbt mit Magic Dust nach Meathead und über Nacht in Frischhaltefolie eingewickelt
– Rinderbrust pariert, 250 ml Rinderbrühe mit einer Marinadenspritze injiziert und ebenfalls über Nacht in Frischhaltefolie eingewickelt
– Hickory Woodchips über Nacht gewässert
– BBQ-Sauce nach Master Sir Buana gekocht

Samstag
05.00 Uhr
– Fleisch aus den Kühlschrank genommen und 1 Stunde Raumtemperatur annehmen lassen
– ca. 15 Briketts vorgeglüht und den Weber Smokey Mountain Cooker 57 (kurz WSM) vorbereitet

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05.30 Uhr
– eine Gießkanne heisses Wasser eingefüllt, WSM auf 115 Grad GT eingeregelt und auf Rosthöhe kontrolliert
06.00 Uhr
– Rinderbrust gewürzt mit Salz und Pfeffer und auf den obersten Rost gelegt

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06.00 Uhr – 11.00 Uhr
– für 5 Stunden mit Hickory Woodchips geräuchert und sparsam aber regelmäßig mit Apfelsaft besprüht

Nachfolgend die aufgezeichneten Kerntemperaturen bei einer durchgängigen Gartemperatur von 110 – 115 Grad:
06.00 Uhr – 13 Grad
06.45 Uhr – 40 Grad
07.15 Uhr – 51 Grad
07.50 Uhr – 60 Grad

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08.45 Uhr – 64/65 Grad
10.50 Uhr – 65 Grad
10.55 Uhr – 66 Grad (in Backpapier eingewickelt)
12.00 Uhr – 73 Grad
12.30 Uhr – 77 Grad
12.45 Uhr – 79 Grad
13.15 Uhr – 81 Grad
13.45 Uhr – 84 Grad
14.00 Uhr – 86 Grad
14.45 Uhr – 89 Grad
15.00 Uhr – 89 Grad
15.01 Uhr – 90 Grad
15.28 Uhr – 91 Grad
16.10 Uhr – 92 Grad (geschafft)

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16.29 Uhr – Zum Entspannen und Warmhalten im noch eingepackten Zustand bei ca. 50 Grad in den Backofen gelegt
17.30 Uhr – das Fleisch gegen die Faser aufgeschnitten

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Volle Auflösung mit Lupe

Nachfolgend die Zeiten für die 3-2-1-Spareribs
08.00 Uhr – Spareribs aufgelegt u. 1,5 Std. geräuchert, 1,5 Std. weiter gegart, regelmäßig mit Apfelsaft besprüht, dann 4 Stunden abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen
15.00 Uhr – Spareribs mit Apfelsaft in die Edelstahlschale und für 2 Stunden bei 140 – 150 Grad in den Kugelgrill Dampf gegart
17.00 Uhr – Spareribs im WSM moppen, Temperatur hochfahren lassen

Die Arbeit (war ja eigentlich gar keine), besser die Wartezeit, hat sich absolut gelohnt. Meine Gäste und meine Familie genossen das super-zarte und -saftige Brisket mit dem deutlich zu erkennenden Rauchring zusammen mit Country-Potatoes, Salat, Dips usw. und selbstverständlich den Spareribs!
Das Gericht wird beim nächsten Mal unverändert wiederholt!