San Sebastián Food-Tour – Die Txogitxu Reise, Teil 3

…Fortsetzung von Teil 2.

Nach Imanols Führung bei Txogitxu waren wir natürlich erst einmal alle sehr geflashed und hätten am liebsten umgehend den Grill angeworfen. – Verrückterweise muss das auch Imanols Plan gewesen sein, denn nach dem Besuch lud er uns in den Social Club „El Sauce“ ein, dem er angehört, um mit uns zusammen zu kochen und zu speisen.

Social Club „El Sauce“

Ein Social Club ist vergleichbar mit einem Männer Kochclub. Es gibt eine relativ große Küche und viele Sitzgelegenheiten, ähnlich wie in einer Gastwirtschaft. Zu Stoßzeiten treffen sich mehrere Gruppen. Eine einzige Person kocht jeweils für seine Gruppenmitglieder und verwöhnt sie mit seinen Kochkünsten. Wenn alle gegessen und getrunken haben wird ein Körbchen rumgereicht. Anschließend legt jedes Mitglied so viel Geld in das Körbchen, wie er es für angemessen hält.

„Unser“ Social Club hat genau 150 (Vereins-)Mitglieder, die sich in einem großen Schaukasten verewigt haben.

Parallel zu uns war auch noch eine weitere Gruppe anwesend, von der ein Herr im gestandenen Alter für seine lustige Gruppe kochte.

Da der sehr große Gasherd viele Kochstationen besaß, die rundherum von allen Seiten bedient werden konnten, stand man sich in der Küche „normalerweise“ nicht im Gehege. – Bis wir Blogger kamen, denn jeder wollte aufregende Bilder und Videos von tollem Fleisch & Co. erhaschen.

Apropos Fleisch: Klar, dass sich Imanol nicht lumpen ließ und kiloweise leckeres Txogitxu zur Verfügung stellte.

Was wir dort alles so gegessen und getrunken haben bekomme ich gar nicht mehr so genau zusammen. – Viel zu schön war die Atmosphäre, in geselliger Runde bei feinstem Wein zusammensitzend und in einer regelmäßigen Taktung mit neuen Delikatessen verwöhnt zu werden. – Da hatte man zeitweise die Kamera und das Smartphone vergessen und genoss stattdessen z. B. frittierte Würstchen.

Unfassbar lecker war auch folgendes Tatar. Anstelle es zu Wolfen, wurde es mit einem scharfen Messer mühevoll klein geschnitten und mit den Händen geformt.

Anschließend wurde das Tatar von beiden Seiten scharf angebraten und großzügig gesalzen.

Schlussendlich wurde es mit frischen Zwiebeln, sowie mit Salat und Olivenöl serviert. Freunde – das(!!!) war der absolute Knaller und wird zu Hause auf alle Fälle einmal nachgegrillt.

Zwischenzeitlich wurden immer mal wieder Txogitxu Txuletons zubereitet.

Zuerst wurde das Steak auf den Knochen gestellt, damit das Fleisch auch dort Wärme annehmen konnte.

Anschließend wurde das Fleisch gebraten/gegrillt, bis eine Kerntemperatur von ca. 42 – 45°C erreicht wurde. – Genauso wie ich es bereits im 2. Teil (Cider House ZAPIAIN) beschrieben hatte.

Besonders positiv stimmte mich das Ergebnis von dem Fleisch der Oberschale.

Nie hätte ich gedacht, dass das Fleisch so sehr zart und schmackhaft wäre!

Wer mich fragt, wie ich den Geruch und den Geschmack von Txogitxu beschreiben würde, antworte ich folgendes: Der Geruch erinnert meines Erachtens stark an Weide, Gras, Heu, Milch und Thymian. Auf der Zunge verspüre ich eine leicht rahmige Note von Buttermilch. Das Fleisch ist per se gut im Biss, dabei jedoch alles andere als zäh! Es erfolgt die Offenbarung beim Kauen – eine sehr lange und intensive Geschmacksexplosion! Erst das Fett macht Txogitxu zu dem, was es ist. Also schneidet das Fett auf gar keinen Fall ab oder kommt auf die Idee es zu stutzen!

Traditionelle Pintxos

Nach dem Besuch im Social Club besuchten wir am späteren Abend noch die ein oder andere Pintxo Bar und vertrauten dabei den Empfehlungen unseres Guides Tim.

Nachfolgend eine Bildauswahl sehr leckerer Pintxos die wir alle probierten.

Der Christian von Küchenjunge.de ist in einem seiner Berichte detaillierter auf das Thema Pitxo-Bars eingegangen, weshalb ich euch seinen tollen Bericht auf alle Fälle ans Herz lege.

Chill out time

Nach den vielen Erlebnissen musste zwischenzeitlich auch einmal ausgespannt werden. Dazu nutzten wir die eine oder andere Gelegenheit und trafen uns z. B. auf der Dachterrasse unseres Hotels…

Am frühen Morgen bei bestem Wetter am Strand zum Frühstücken…

Nachts in den Kneipen…

Oder in der „freien Zeit“ wieder einmal auf dem Weg in die Stadt um ein leckeres Gläschen Wein zu trinken…

Oder um ganz einfach an den tollen Stränden der wunderschönen Buchten auszuruhen…

…aber dann folgte auch meist schon wieder das nächste Spektakel. ;-)

13 + 1 Gänge Menü im A Fuego Negro

Neben den traditionellen Pintxos lernten wir im A Fuego Negro auch die moderneren Pintxo-Varianten kennen, die in Richtung Molekularküche gingen.

Ich drücke es mal so aus: Hier war alles fetziger, cooler, moderner und anders. Die Telleruntersetzer waren im Schallplatten-Look, die Tisch-Deko bestand aus Musikkassetten.

Die Wände wurden größtenteils mit Musikplakaten tapeziert…

…und an den Wänden hingen diverse verrückte Puppen.

Uns erwartete an diesem Abend, neben sehr gutem Wein, ein 13-Gänge Menü welches interessanter nicht mehr sein konnte. Des Weiteren gesellte sich zu den 13 Pintxos noch ein Kobe-Mini-Burger.

Dieser (positiv) verrückte Abend rundete unsere San Sebastián Food-Tour noch einmal richtig ab und trug u. a. dazu bei, dass wir diese spannende Reise nie wieder vergessen und immer in allerbester Erinnerung behalten werden.

Neben meinen Blogger-Freunden gebührt unserem Gastgeber Bernhard Möllers GmbH aus Köln und Txogitxu meinem allergrößten Dank.

Allen Anderen sei empfohlen: Donostia San Sebastián ist eine Reise wert und Txogitxu muss ein jeder einmal genossen haben! Probiert es aus!

San Sebastián Food-Tour – Die Txogitxu Reise, Teil 2

…Fortsetzung von Teil 1.

Nach unserem Besuch im Don Serapio ging es zurück ins Hotel. Einige von uns legten sich kurz aufs Ohr, andere trafen sich an der Hotel-Bar auf ein leckeres Bierchen und wieder andere telefonierten mit ihren Familien in Deutschland.

Cider House ZAPIAIN

Am Abend wurden wir mit dem Bus zum Cider House ZAPIAIN gebracht.

Imanol Jaca erklärte uns, dass dieses Haus für ca. 4 Wochen im Jahr seine Pforten öffnet und in der Region die Nummer 1 im Bereich Apfelwein sei.

Während dieser Zeit treffen sich u. a. viele Kochclubs (Social Clubs), um den jungen Apfelwein zu verköstigen und schließlich ihren Jahresbedarf zu bestellen.

Der Apfelwein gärt je nach Sorte u. a. in alten Eichenfässern. Es ist wirklich sehr beeindruckend zu sehen, wie die riesigen Fässer in einer sehr langen Halle aneinandergereiht liegen.

Den ganzen langen Abend lang stand ein Mitarbeiter des ZAPIAIN in dem langen Gang und schenkte den Gästen den erfrischend fruchtigen und süffigen Apfelwein aus den unterschiedlichen Fässern aus. Dabei entfernte er jeweils für kurze Zeit einen kleinen langgezogenen Gummi-Korken, sodass die Gäste ihre Gläser in den Strahl halten konnten und sie damit füllten.

Währenddessen standen in einem großen Vorraum die vielen Gruppen gesellig an Ihren Stehtischen, tranken ihren Apfelwein und aßen von einem mehrgängigen Menü, welches jedoch an diesem Abend „angeblich“ Nebensache gewesen sei. – Nicht für uns! – Denn zum Essen und Genießen waren wir doch schließlich erschienen und freuten uns aus diesem Grund bereits auf das noch folgende Mahl.

Auch an diesem Abend ging es für uns u. a. wieder um Txogitxu, weshalb der Grillmeister bereits dabei war seinen riesigen Grill mit Holzkohle zu befeuern.

Ein neugieriger Blick in die Küche verriet uns, das es Fleisch-technisch um meterweise dieser schönen Stücke Txogitxu Txuleton gehen wird. Laut Imanol „nur“ Cider House Qualität aber ich kann schon jetzt verraten, es schmeckte wahnsinnig gut!

Bevor wir jedoch in den Genuss des leckeren Fleisches kamen, wurden uns Omeletts mit Zwiebelfüllung gereicht. Wie sollte es anders sein? – Es war das beste Omelett meines Lebens!

Sehr erwähnenswert war auch der Bacalao (Kabeljau). Festes Fleisch, welches sehr saftig war. Eine absolute Delikatesse!

Nun endlich wurden unsere langersehnten Txuletons (Koteletts) aufgelegt.

Die Vergrillung in Deutschland wäre ungefähr so: Von beiden Seiten jeweils in der 10.00 Uhr- und 2.00 Uhr-Position für ca. 90 Sekunden unter maximaler Temperatur angrillen und anschließend im indirekten Bereich bei niedrigerer Garraumtemperatur bis zu einer Kerntemperatur von ca. 54°C gar ziehen lassen.

Nicht mit Txogitxu in San Sebastián! Hier wird das Steak unter permanenter direkter Hitze auf den Mega-heißen Grill gelegt und wiederholt durch Zuhilfenahme einer Fleischgabel schonungslos in das Fleisch gestochen und dabei gewendet. Diese Prozedur wird so lange wiederholt, bis das Fleisch eine Kerntemperatur von ca. 42 – 45°C erreicht hat. Ihr habt richtig gelesen, im Baskenland wird das Fleisch der Oma Kuh rare gegessen, was dann ungefähr so aussieht.

Und die Basken haben Recht! So gegrillt ist das Fleisch sehr zart, saftig und von Natur aus geschmacklich äußerst intensiv! – Ein Gedicht!

Später am Abend wurde auch der Raum mit den jüngsten Apfelweinen geöffnet und Selbiger verköstigt. Dabei erzählte uns der Chef des ZAPIAIN alle Zahlen, Daten und Fakten seines Unternehmens.

Im Laufe des Abends wurden noch weitere Leckereien wie Käse und Walnüsse gereicht.

Zum Ende des Abends, als bereits einige Gäste die Lokalität verlassen hatten, lud uns der Chef auf eine ganz persönliche und heimliche Verkostung seiner hochprozentigen Spirituosen wie z. B. dem weißen und bernsteinfarbigen Sagardoz ein.

Neben dem Txogitxu Txuleton war diese geheime Degustation hinter verschlossenen Türen mein absolutes Highlight des Tages!

Man kann sich bestimmt vorstellen, wie sehr gut wir nach diesem perfekten Abend schlafen konnten!

Die Markthallen von San Sebastián

Am nächsten Morgen ging es in die Markthallen von San Sebastián. Dort erwartete uns eine Vielfalt diverser frischer Waren wie selbstverständlich Fleisch in Hülle und Fülle.

Noch beeindruckender fand ich jedoch die Auswahl von frischem Fisch. Für mich als Angler eine wahre Augenweide!

Aber auch der in Salz getrocknete Bacalao und somit haltbar gemachter Fisch beeindruckte mich sehr. Beim Anblick der Stücke konnte man sich kaum vorstellen, dass diese später in der Pfanne zubereitet noch schmecken könnten. Doch weit gefehlt, genau diesen Fisch aßen wir am Vorabend im Cider House ZAPIAIN und genossen es sehr.

Der getrocknete Fisch wird übrigens vor dem Braten in Wasser eingelegt, damit er sich wieder mit Flüssigkeit vollsaugen kann. Bei der Trocknung werden dem Fisch keinerlei Mineralstoffe entzogen und auch der Geschmack bleibt völlig enthalten!

Ich gebe zu, etwas erschreckt war ich beim Anblick der Glasaale. Nicht über den Preis von 620 EUR/kg, sondern eher darüber, dass die vom Aussterben bedrohte Baby-Aale überhaupt angeboten werden dürfen.

Wie konnte es in der Tapas-Hauptstadt anders sein, machten wir auf dem Markt wiederholt Bekanntschaft mit „Pintxos“, der baskischen Antwort auf die spanischen Tapas. Diese kleinen filigranen Häppchen werden sehr mühsam zubereitet und sind jedes Einzelne für sich ein kleines Kunstwerk.

Beim Anblick dieser Köstlichkeiten kann man sich kaum entscheiden, welches man als Erstes und welches als Nächstes essen möchte.

Ich entschied mich mit einigen anderen meiner Begleiter an diesem Morgen für ein Champagner-Frühstück. Dieses bestand aus einem Glas Champagner, einer Tasse Kaffee, einem Glas Orangensaft, einem Omelett und einem Brot mit Schinken für sage und schreibe nur 11 EUR!

Txogitxu Fabrik

Am späten Vormittag erreichten wir die Fabrik Txogitxu.

Dort führte uns Imanol Jaca durch seine heiligen Fleischhallen. Beim Betreten der Hallen roch alles sehr angenehm nach Metzgerei.

Viele Fleisch-Kenner schwören drauf und sind der Meinung, dass Txogitxu das Beste Fleisch der Welt sei.

Wie bereits in den vorherigen Teilen unserer Food-Tour-Serie angedeutet, steckt hinter dem Firmennamen Txogitxu (ausgesprochen: Tschotschitschu) eine Großmetzgerei aus San Sebastián mit dem Gründer Imanol Jaca.

Aus langer Tradition werden im Baskenland alte Milchkühe sehr lange am Leben gehalten. Sie werfen jährlich ein Kalb und standen ihr Leben lang auf der Weide. Erst ca. 17 Jahre alte Kühe und einige weitere ausschlaggebende Punkte sind für Imanol Jaca von Bedeutung, dass er einer Milchkuh die höchste Qualitätsstufe zuweist. Wider Erwarten reifen hier die Kühe höchstens 14 Tage.

Übrigens, kommen die Kühe nicht zwangsläufig alle aus dem Baskenland. Viele Kühe werden aus dem gesamten spanischen Raum, sowie aus Portugal, Deutschland und einigen weiteren Ländern importiert.

Erst als Imanol Jaca begann das Fleisch ins Ausland zu exportieren wurden Gourmets in aller Welt aufmerksam auf das wohlmöglich beste Fleisch der Welt. Seitdem ist der Hype nicht mehr zu stoppen, sodass Txogitxu stetig expandiert und zurzeit dabei ist eine neue Fabrik zu bauen.

Unterschiedliche Mitarbeiter verrichteten an diversen Stationen ihre Arbeiten.

Überall sah man die imposanten Rinderhälften hängen, die getrennt ihres Alters und ihrer Güte aufgehängt wurden.

Im Gegensatz zum in ZAPIAIN gegessenen Fleisch mit Cider House Qualität, sahen wir sehr viele Rücken mit der Güteklasse PREMIUM (rechts im obigen Bild).

Des Weiteren sahen wir Rücken anderer Güteklassen.

Es war sehr beeindruckend, die vielen alten Milchkühe mit ihrer charakterisierenden gelben Fettauflage zu sehen!

In folgenden Kartonagen werden die einzelnen Cuts der Kühe aber auch halbe Rücken verschickt.

Während dieser Führung ging Imanol Jaca auf unsere Fragen ein und erklärte alles sehr anschaulich.

Lest in Teil 3 unserer San Sebastián Food-Tour, was uns an diesem Tag noch alles so erwartete!

San Sebastián Food-Tour – Die Txogitxu Reise, Teil 1

Ich bin immer noch mehr als beeindruckt über die vor einigen Tagen stattgefundene kulinarische Reise nach Spanien und möchte euch, nachdem ich so langsam meine Gedanken wieder geordnet habe, unbedingt an meine Freude teilhaben.

Sicherlich haben schon einige unserer Facebook- und Instagram-Abonnenten oder unserer App-Leser unter dem Hashtag „sansebastianfoodtour“ die vielen Bilder und Videos gesehen. – Nachfolgend nehme ich euch noch einmal gesammelt mit auf unsere Tour und berichte etwas detaillierter über das Erlebte.

Ziel unserer Reise war die Stadt Donostia San Sebastián im spanischen Baskenland. Die Stadt mit ca. 186.000 Einwohnern liegt an einer wunderschönen Bucht im Norden Spaniens, unweit der französischen Grenze.

Neben uns waren folgende Blogger und Genuss-Nomaden mit an Bord:

Martin von Bacon Bakery
Camillo von Don Caruso BBQ
Walter von Die Fette Kuh
Thomas von Fleisch Botschafter
Christian von Küchenjunge
Stefan von Poggegrillt

Gastgeber war die Bernhard Möllers GmbH aus Köln, u. a. Fleisch-Importeur vom berühmten Txogitxu – sozusagen dem Hauptdarsteller unserer Food-Tour.

Die Anreise

Zum gemeinsamen Flug trafen wir uns am Tag des geplanten Abflugs früh morgens am Düsseldorfer Flughafen. Die immense Vorfreude stand jedem einzelnen Teilnehmer quasi ins Gesicht geschrieben. Schließlich ist eine solche Tour alles andere als alltäglich!

Nachdem wir unsere Koffer abgegeben, eingecheckt und unser Gate aufgesucht hatten, hätte es zeitlich umgehend losgehen müssen. Dabei liegt die Betonung auf „hätte müssen“, denn leider wurde unser Flug kurzfristig gestrichen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, mit welch ungläubigen, enttäuschten und teils empörten Gesichtern wir zurück zum Schalter gingen um weitere Details des Flugausfalls zu erfahren.

Unfassbar aber wahr! – Grund des Flugausfalls war ein erstmals nach 30 Jahren auftretender Schneefall in der Region rund um den Zielflughafen Bilbao, der verkehrstechnisch alles zum Erliegen brachte.

Nach einigem Hin und Her stand fest, dass die nächste Maschine erst am nächsten Tag fliegen würde und wir in dem sehr nahegelegenen Maritim Hotel (direkter Zugang zu Flughafen) untergebracht werden. – Sozusagen Glück im Unglück.

Check: Zimmer und Bett ok…

…Bad ok…

…Wellness- und Fitness-Bereich vorhanden…

…und obendrein kostenloses Mittagessen, Abendessen und Frühstück.

Nachdem wir uns auf unseren Zimmern kurz frisch gemacht haben, fuhren wir kurzerhand mit dem Taxi in die Düsseldorfer Altstadt.

In der Düsseldorfer Altstadt

Erste Station war die Brauerei und Wirtschaft „Im Füchschen“, eine uralte rustikale Kneipe. Spätestens nach dem ersten „Füchschen Alt“ stand uns das Grinsen wieder in den Gesichtern.

Später ging es dann in die Uerige Hausbrauerei, ebenfalls eine Wirtschaft mit exzellentem Bier, in der ein humorvoller Angestellter mit lockeren Sprüchen auf der Zunge, frisch gebratene Frikadellen und Mettbrötchen verkaufte.

Auf dem Weg zur x-ten Kneipe kamen wir bei Et Kabüffke Killepitschstube vorbei, an dem wir unbedingt einen Killepitsch tranken mussten. Einfach zu urig, wie der Kräuterlikör aus dem Fenster heraus auf der Straße verkauft wird.

Einige viele Kneipen später landeten wir in der HOLY CRAFT Beer Bar und tranken das ein oder andere leckere Craftbier.

Das nächste kulinarische Highlight folgte umgehend: Chicken Wings im japanischen Restaurant Chimac Plus. Chicken Wings klingen vielleicht einfach, schmecken aber einfach Mega! Best Wings ever!

Der Flug und die Unterkunft

Am nächsten Tag das gleiche Spiel: Koffer abgeben, einchecken, Gate aufsuchen und nun der ganz große Unterschied zum Vortag – Abflug und auf ins Land bzw. in die Stadt der weltbesten Steaks, was von uns überprüft werden sollte!

Nach einer nicht ganz 2-stündigen Flugzeit erreichten wir unseren Zielflughafen Bilbao und wurden anschließend mit dem Bus zu unserem Hotel gebracht. – Keine Spur mehr von Schnee!

Kurzer Check des 4 Sterne-Hotels Zenit: Zimmer, Bett und Bad ok…

…und das dort ausgeschenkte Bier schmeckte ebenfalls vorzüglich!

An der Hotelbar ließ sich bereits erahnen, was uns an den folgenden Tagen fast überall über den Weg laufen wird: „Tapas“ oder wie sie hier im Baskenland genannt werden: „Pintxos“, dazu aber später mehr.

Don Serapio von Imanol Jaca

Unser erster Anlaufpunkt war das Don Serapio von Imanol Jaca. Imanol Jaca ist der Gründer von der Großmetzgerei Txogitxu. Txogitxu ist Fleisch von bis zu 17 Jahre alten Milchkühen. Jetzt wird der ein oder andere Leser sicherlich denken: „Das Fleisch einer so alten Kuh muss doch zäh wie Leder sein!“ – Weit gefehlt: Dieses Fleisch schmeckt mehr als ausgezeichnet und ist unter der Berücksichtigung des empfohlenen Gargrades von ca. 42 – 45°C sehr zart und besonders saftig.

Das Don Serapio liegt an einer sehr befahrenen Straße in San Sebastián.

An der Außentheke können leckere Kleinigkeiten „to go“ gekauft werden. Ich erwarb als Erstes ein großzügig mit Olivenöl bestrichenes Baguette mit Serrano Schinken. – Einfach köstlich!

Betritt man das Geschäft, stößt man unweigerlich auf das Hinweisschild von Txogitxu und sieht einige vielversprechende Stücke, die einem das Wasser im Munde zerlaufen lassen.

Um sich ein Bild über die Preisstruktur des Fleisches zu machen: Txogitxu ist selbst hier in San Sebastián nicht besonders günstig.

Trotzdem ist das Don Serapio sehr gut besucht, weil die Spanier ganz einfach viel mehr Wert auf hochwertige Waren legen als wir Deutsche.

Im Don Serapio gibt es selbstverständlich noch viele andere Köstlichkeiten wie gute Weine…

…Schinken…

…Rindfleisch, Schweinefleisch, Käse usw.

Sehr interessant fand ich z. B., dass die bei uns erhältlichen Spareribs im Don Serapio u. a. lägst-geschnitten verkauft werden.

Dann auf einmal kam Imanol Jaca persönlich „um die Ecke“: Recht bescheiden gekleidet, einen Rucksack auf den Rücken geschnallt, so stand er vor uns. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir den Geschäftsführer von Txogitxu ein wenig anders vorgestellt, weshalb ich den vorerst unscheinbaren Mann im ersten Augenblick völlig übersah. Doch so viel vorab – Imanol ist ein verdammt netter und cooler Typ, der wie ich finde, mehr als auf dem Teppich geblieben ist.

Nach der freundlichen Begrüßung brachte Imanol die eine oder andere Leckerei mit nach draußen an die Stehtische. Von Rotwein und verschiedenen Käsesorten über Schinken und süße Leckereien war so gut wie alles dabei, was uns Genießern das Herz höher schlagen ließ. Nebenbei: Es herrschten angenehme 18°C Außentemperatur!

Zwischenzeitlich beantwortete Imanol den interessierten Gästen geduldig alle ihre Fragen.

Lest in Teil 2 unserer San Sebastián Food-Tour, was uns an diesem Tag noch alles so erwartete!

Die Fette Kuh in Köln

Auf Einladung von „Die Fette Kuh“, trafen sich vorgestern mehrere Grill- u. Food-Blogger sowie Fotografen zu einem kleinen Come Together in die Kölner Südstadt. Folgende Namen waren u. a. anwesend:

Bacon Bakery
BBQlicate
bigBBQ.de
Don Caruso BBQ
Fleischbotschafter
Jay´s Aviation Photography
JPS Foodlove
Missy´s Kitchen
Tobias Oehlke
Wissen schmeckt

Da ich 200 km von Köln entfernt wohne, habe ich es zuvor leider erst ein einziges Mal in den Kult-Imbiss geschafft. Ich kann mich noch ganz genau an meinen ersten Besuch erinnern: Damals aß ich einen Cheeseburger mit extra Bacon und als Beilage Fritten, welche einen positiv bleibenden Eindruck hinterließen.

Beim gegenwärtigen Besuch stand auf dem Plan, dass Martin Block (Küchenchef) und Walter Schnerring (Inhaber) die Gäste, entgegen dem Standard-Repertoire, quer durch das Angebot von „Die Fette Kuh“ führen sollte.

Als Begrüßungsgetränk wurde uns ein sehr erfrischender Gin Tonic gereicht. Der „Gin de Cologne“ wird erst seit 2017 in Köln-Ehrenfeld gebrannt und besticht mit seinen insgesamt 12 Botanicals u. a. durch Zitronen, Orangen und Limetten sowie Lavendel- und Hibiskusblüten. – Sehr zu empfehlen!

Nun folgten, mit einigen Tellern handgeschnitten Fritten, die sagenumwobenen hausgemachten Saucen, die da wären:

„Fat Cow“ Sauce
BBQ-Sauce
Nachbrenner Hot Sauce
Chili Ketchup
Chipotle Chili Mayo
Mayo,
Trüffel Mayo
Curry Mayo
Aioli
Salbei Tomate Mayo

Übrigens, für nur einem Euro extra erhaltet ihr jeweils zwei dieser zusätzlichen hausgemachten Saucen. Ich empfehle euch auf alle Fälle ein paar dieser Saucen zu testen – ich finde alle mehr als genial!

Wo ich schon einmal dabei bin Tipps zu verteilen: Der Montag und Dienstag soll für Kurzentschlossene der perfekte Tag sein „Die Fette Kuh“ zu besuchen. An den anderen verbleibenden Tagen ist es schon bald an der Tagesordnung, dass ihr einige Zeit auf einen freien Platz warten müsst. – Nur gut so, denn die vielen Gäste zeugen für die exzellente Qualität der stets frischen Zutaten!

Zu den Fritten reichte uns Martin das, zusammen mit Freigeist Bierkultur entwickelte Avocado Ale, welches wir standesgemäß aus ausgehöhlten Avocados tranken. Eine mega coole Idee, die ich zuvor noch nie gesehen hatte.

Apropos Bier – „Die Fette Kuh“ bietet in vielen Geschmacksrichtungen auch seine eigenen Gerstensäfte an.

Nun war es an der Zeit, dass wir den ersten Burger zu uns nehmen durften. Es handelte sich um einen Cheeseburger, mit dem der Kult-Imbiss auf die hohe Fleisch-Qualität seiner Patties hinwies.

Ich muss zugeben, dass ich mir zuvor noch nie einen Burger mit der Garstufe medium-rare bestellt hatte. – Aus den Geschmackserlebnis resultierend, bestelle ich mein Patty fortan nur noch so!

Ach ja, der Käse ist immer frei wählbar: Cheddar, Gruyere o. Büffelmozzarella.

Ein kurzer Rückblick zur Erklärung: Wer es bis dato noch nicht mitbekommen hat, Anfang März besuchte ich mit einigen Bloggern das im spanischen Baskenland gelegene San Sebastián, dem Ort, aus dem die besten Steaks der Welt stammen.

Martin und Walter erwarben damals aus der Fabrik Txogitxu einen wunderschönen Rinderrücken, welchen sie zu Burger-Patties verarbeiten wollten. Soviel vorab, das war ein sehr guter Plan, denn genau einer dieser Burger wurde uns Fleisch-Fans angeboten und ließ die Genießer am langen Tisch erst einmal vor Begeisterung verstummen!

Damit sich niemand wundert: Jeder der Burger wurde an dem Abend geviertelt, damit man sich an ihm nicht satt essen konnte.

Da uns im Land der besten Steaks der nur sehr kurz angegrillte Tatar geschmacklich so sehr flashte, überraschte uns Martin mit einem Solchen. Später aßen wir ihn mit dem hauseigenen „Die Fette Kuh“ Burger Pfeffer.

Der nagelneue Burger Pfeffer wurde in mühsamer Arbeit zusammen mit Ankerkraut entwickelt und enthält sechs verschiede Pfeffer-Sorten: schwarzer Pfeffer, weißer Pfeffer, Tellicherry Pfeffer, grüner Pfeffer, Roter Kompott und Cayennepfeffer.

Kommen wir zum Burger der Woche: Ein 200 g schweres Luma Beef Patty im Sesam-Brioche-Bun u. a. mit Tomatenmarmelade, roten Zwiebeln und Romanasalat. Der absolute Knaller, von dem ich am liebsten mehr als ein Viertel gegessen hätte, jedoch aus „Platzgründen“ nicht mehr konnte!

Übrigens, alle Patties (Standard-Gewichte) lassen sich auch verdoppeln:
120 g verdoppelt auf 240 g für 2,50 EUR extra oder 200 g verdoppelt auf 400 g für 3,50 EUR extra.
Für die Vegetarier gibt es jeden Burger als Veggie-Variante.

Zeit für ein Bier: Dieses Mal das wiederrum von Martin mitentwickelte Sweet Potato Ale. – Ich fand es so süffig-mild, dass es nicht bei einer einzigen Flasche blieb.

Als Martin zu etwas späterer Stunde zwei Dino-Steaks präsentierte, fielen fast allen Gästen die Augen raus! Zwei Txogitxu Txuletóns (Kotelett), hierzulande als Oma Kuh (8 – 20 Jahre alt) bekannt.

Die Vergrillung ging relativ schnell vonstatten, da die empfohlene Kerntemperatur bei nur 42°C – max. 45°C liegt.

Das Ergebnis konnte sich nicht nur sehen sondern auch schmecken lassen. – Sehr sogar! Der absolute Knaller!

Immer wieder wurde zwischendurch der neue Burger Pfeffer hinzugezogen. Auf nachfolgendem Bild auf einem Stück Txogitxu Txuletón.

Verrückt (der Körperfülle wegen) aber wahr! – Ganz zum Schluss wurden wir noch einmal mit Chilli-Cheese Fritten beglückt. Die Fritten wurden zusammen mit Chilli con Carne, mit Cheddar überbacken und mit Sour Cream & Chiliketchup übergossen. Ich musste sie probieren und fand sie ebenfalls Klasse!

Ein wahnsinnig geglückter Abend ging zu Ende, an dem sich gewiss alle Gäste gerne wieder zurück erinnern werden. Ich für meine Person assoziiere ab sofort mit Köln „Die Fette Kuh“ und danach den Kölner Dom und werde fortan öfter als Gast dort anzutreffen sein.

Vielen Dank an Martin und Walter für das tolle Erlebnis! Ihr seid tolle Gastgeber!