CASO DESIGN Dry-Aged Cooler – Unboxing u. Inbetriebnahme Teil 1

Wenn es um die Wahl den Fleisches geht, wissen aufmerksame bigBBQ.de-Leser unlängst, dass ich am liebsten bestes Dry Aged Beef speise und dieses so gut es geht fotografisch in Szene setze. Oft werde ich gefragt, wo ich mein Dry Aged Beef kaufe. Die Antwort ist mehr als einfach. – Da ich in meiner Region noch keinen Metzger gefunden habe der meinen Ansprüchen im Bezug auf Dry Aged Beef genügt, beziehe ich mein Fleisch aus dem Online-Fleischhandel meiner beiden Kooperationspartner. Der Bezug ist immer spielend einfach. – Fleisch auf der Website auswählen, Wunschtermin eintragen, Art der Bezahlung auswählen und einige Tage später klingelt auch schon der Postbote und bringt das frische ungefrorene Fleisch, durch gefrorene Kühlakkus stets wohlgekühlt, an meine Haustür. So weit, so gut, irgendwann gewöhnt man sich an alles. Mit der Zeit eigentlich alles andere als aufregend.

Wenn sich die Online-Fleischbestellung langsam aber sicher alltäglich wird, sucht man händeringend nach neuen spannenden Erfahrungen. Bei mir war es so, dass ich mich nach einiger Zeit immer intensiver mit dem Thema beschäftigte, woher eigentlich die Rinder stammen, aus denen mein Fleisch gewonnen wird und wie u. a. der jeweilige Reifevorgang vonstatten geht. Nach diversen Fleisch-Zerlegekursen und -Seminaren weiß ich mittlerweile schon recht gut, aus welchen Körperregionen die jeweiligen Cuts des Rindes stammen. Ich finde es jedoch immer wieder sehr spannend zuzusehen, nein – man könnte es auch beruhigend nennen, wie die einzelnen Fleischstücke in den Reifeschränken der Metzger liegen oder auch hängen. Immer öfter werden Fleisch-Reifeschränke auch in z. B. Restaurants oder bei Grill-Fachhändlern gesichtet. Leider war die Anschaffung eines solchen Dry Aging Schranks bisher immer mit immensen Kosten verbunden und aus diesem Grund für mich privat indiskutabel gewesen. – Bis heute! Denn ab sofort gibt es den Dry-Aged Cooler von CASO DESIGN für einen, wie ich finde, unwahrscheinlich fairen Preis von 799 EUR. Auf diesen idealen Zeitpunkt hatte ich gewartet und mir den Dry-Aged Cooler einmal genauer angeschaut.

Am 7.2.2017 ist mein Traum in Erfüllung gegangen und der CASO DESIGN Dry-Aged Cooler wurde von einer Spedition geliefert.
Durch die Hilfe einer zweiten Person brachten wir den ca. 40 kg schweren Karton in meine Grill-Remise.

Nachdem das Umreifungsband des Kartons entfernt wurde, ließ sich der übergestülpte Deckel ganz einfach nach oben über den Korpus des Dry-Aged Coolers heben. Geschützt wurde dieser rundherum durch Styroporplatten.

Die Spannung stieg. – Es musste nur noch die Folie abgenommen werden.

Nun steht er da. Die Außenseiten geheimnisvoll tief schwarz, die Front-Glasscheibe aus getöntem UV-beständigen Isolierglas mit einem breiten Rahmen aus Edelstahl. Sehr viel schöner und hochwertig anmutender als auf allen zuvor von mir betrachteten Bildern aus dem Internet!

Nach dem Öffnen der Tür kam zum Vorschein, dass viele Kunstoff- und Metall-Teile zum Kratz- und Schmutz-Schutz mit Folie überzogen waren, welche sich sehr einfach abziehen ließen. Des Weiteren befanden sich die Zubehörteile in der untersten Ebene des Gerätes.

Das Zubehör besteht aus folgenden Teilen (v.l.n.r.):
– 1 Abtropfblech
– 3 Metall-Lagerböden
– 1 Bedienungsanleitung
– 4 Fleischer-Haken
– 2 Schlüssel zum Abschließen der Tür
– 2 Schrauben für den Türgriff
– 1 Metallaufhängung
– 1 Türgriff
– 2 Tanks, jeweils für Frisch- u. Kondenswasser (bereits im Gerät)

Als Erstes wurden durch Zuhilfenahme eines Kreuzschraubendrehers die beiden Schrauben des Türgriffs angeschraubt.

Dann wurden die 3 Metall-Lagerböden auf den frei verstellbaren Haltern gesetzt.

Ganz oben wurde die Metallaufhängung aufgelegt, an der sich die 4 mitgelieferten Fleischer-Haken hängen lassen.

Und das war alles in Allem auch schon alles. Es musste lediglich der Türgriff angeschraubt werden, alles andere wurde nur an die dafür vorgesehenen Stellen gelegt oder gehängt.

Zur Inbetriebnahme musste der linke Frischwassertank mit Wasser gefüllt werden. Dieser nimmt bis zur Markierung des Maximal-Stands ca. 5,2 Liter Wasser auf. Die gelbe filterähnliche Matte steht Anfangs zu ca. 6/7tel im Wasser. Aus dem letzten 1/7tel der Matte kann das Wasser sehr gut verdunsten. In der oberen, hinteren Aussparung des Tanks, findet der in der darüber liegenden Ebene installierte Lüfter Platz, welcher die Wasserverdunstung aus dem Wassertank über die Rückwand transportiert und im gesamten Gerät verteilt. Im rechten Teil des Tanks befindet sich ein elektronisch überwachter Schwimmer, der ständig den Wasserstand überprüft. Sollte sich dieser unter der Markierung des Minimal-Stands befinden, gibt das Gerät sehr laute Töne von sich und zudem fängt das Display an zu blinken.

In dem rechten Wassertank führt ein Wasserschlauch, der das überschüssige Wasser aus dem Gerät aufnimmt.

Die Display-Einheit besitzt vier Tasten.

Die 1. Taste von rechts schaltet den Dry-Aged Cooler jeweils ein und wieder aus.

Die 2. Taste von rechts schaltet bei einmaligem kurzen Drücken die blaue LED-Beleuchtung ein. Das blaue Licht schaltet sich automatisch nach 4 Stunden wieder aus und dient lediglich dem Show-Effekt.
Viel wichtiger ist hingegen das weiße, sehr schwache UV-Licht. Dieses wird durch langer Betätigung (über 5 Sekunden) der 2. Taste von rechts eingeschaltet. Es dient zur antibakteriellen Wirkung und ist für das menschliche Auge schädlich. Sobald die Tür geöffnet wird, schaltet sich das UV-Licht aus Sicherheitsgründen aus. Wird die Tür wieder geschlossen, schaltet sich das UV-Licht wieder von selbst an. Achtung: Wird die Stromversorgung unterbrochen und später wieder aufgenommen, muss das UV-Licht erneut manuell eingeschaltet werden. Da man das UV-Licht bei normaler Außenbeleuchtung sehr schlecht von außen erkennt, wird der eingeschaltete Zustand mit einem blinken der 2. Taste von rechts symbolisiert.

Über die 3. Taste von rechts kann zwischen der Display-Anzeige der aktuellen Temperatur und der aktuellen Luftfeuchtigkeit gewechselt werden.

Über die 4. Taste von rechts kann die jeweilige Soll-Temperatur (1 – 22 °C in 1 °C-Schritten) und -Luftfeuchtigkeit (50 % – 85 % in 1 %-Schritten) eingestellt werden.
Bei längerem gleichzeitigen Betätigen der Tasten 3. und 4. von rechts, kann zwischen °C und °F gewechselt werden.

Damit der CASO DESIGN Dry-Aged Cooler sicher steht, befinden sich 3 große Standfüße und ein kleiner Stellfuß unter dem Gerät.

Wirklich toll und sehr hochwertig sieht er aus und passt farblich genial zu den warmen Naturfarben meiner Grill-Remise. Nachfolgend noch einige Impressionen.

Beim Studieren der Bedienungsanleitung laß ich, dass die empfohlene Betriebstemperatur von 10 °C nicht unterschritten und von 32 °C nicht überschritten werden soll. Leider herrschten zu der Zeit (Anfang Februar) noch Nacht-Temperaturen von unter 0 °C, weshalb ich es vorzog, das nicht für den Außenbereich konzipierte Gerät sicherheitshalber in die warme Küche zu holen.

Bis zum Empfang meines vorbestellten Fleisches, ließ ich den Dry-Aged Cooler 48 Stunden lang erfolgreich ohne Fleisch laufen, um die Stabilität von Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu überprüfen.

Die Inbetriebnahme

Bei der Online-Fleischbestellung bei yourbeef.de wählte ich ein frisch geschlachtetes, 5,112 kg schweres Bone-in Ribeye der Simmentaler Färse. Färse sagt aus, dass es sich um ein weibliches Rind handelt, welches noch nicht gekalbt hat. Es liefert somit besonders hochwertiges und zartes Fleisch.
Am 10.2.2017 war es dann endlich soweit und mein Fleisch wurde geliefert.

Bevor ich das Fleisch in den Dry-Aged Cooler stellte, wischte ich das komplette Gerät aus hygienischen Gründen von innen mit reinem Essig aus und ließ dessen flüssige Restspuren einige Minuten lang rückstandslos verfliegen.

Nun durfte das gute Stück auf dem mittleren Metall-Lagerboden Platz nehmen und sollte dort 28 Tage lang reifen.

Bereits Tage zuvor sprach ich mit einigen mir bekannten Fleisch-Spezialisten und informierte mich über die geeignete Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Durch seine jahrelangen Erfahrungen mit Fleischreifeschränken hörte ich schlußendlich vertrauensvoll auf meinen Freund Tobias Walker, der mir zu einer Temperatur von 2 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 70 % riet.

Nun noch schnell die Tür verschlossen, welche lange Zeit nicht mehr geöffnet werden sollte!

Ich möchte schon heute feststellen, dass das Gerät optisch wirklich etwas her macht und sich spielerisch einfach bedienen läßt. Ich bin auf die nächsten 28 Tage sehr gespannt!

Wie es weiter geht, erfahrt ihr im nächsten Teil des CASO DESIGN Dry-Aged Cooler Berichts u. a. mit diesen Themen:

– Stabilität von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
– Visuelle Veränderung der Fleischoberfläche
– Eventuell auftretende Gerüche
– Wasserverbrauch
– Tatsächlicher Stromverbrauch
– Lautstärke
– Gewichtsverlust
– Schneiden des Rückens
– Geschmack des Fleisches
– Das Gefühl, mehrmals täglich an seinem Fleisch vorbei gehen zu dürfen
– Welche Lebensmittel können noch gereift werden?
– End-Fazit
u.v.m.

Nachfolgend noch einige wichtige technische Daten:

Gehäusefarbe: Edelstahl
Leistung: 60 Watt
Maße (BxHxT mm): 395 x 875 x 595 mm
Gewicht: 38,5 kg
Energieklasse: A
Temperaturbereich: 1 – 22 °C
Luftfeuchtigkeit: 50 – 85 %
Energieverbrauch/Tag (24 Std.): 0,38 KW
Preis (UVP): 799 EUR

Hier geht es zum Teil 2…

CASO DESIGN Dry-Aged Cooler – Unboxing u. Inbetriebnahme Teil 1
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18 Comments

  1. Hallo, ich habe mit einem Freund ebenfalls den caso dry ager gekauft. Wir haben zwei Fragen. Zum einen sieht es aus als ob die Feuchtigkeit nicht konstant gehalten wird sondern am Anfang schwankend ist (in Abhängigkeit wenn das Gerät sich einschaltet). Die zweite Frage ist ob die uv Lampe immer brennt. Bei uns hat sie sich irgendwann abgeschaltet. Muss man die uv Lampe im wieder anschalten oder geht das automatisch.

    Beste Grüße
    Maynard

    • Hallo Maynard,
      herzlichen Glückwunsch zum Erwerb des Dry-Aged Coolers. Das was du meinst, ist die sich nach 4 Stunden automatisch abschaltende LED-Beleuchtung. Ich nenne sie Showlicht. Das UV-Licht wird eingeschaltet, indem man die Taste zur Beleuchtung einige Sekunden lang gedrückt hält. Das UV-Licht ist weiß und nicht(!) blau. Es bleibt immer eingeschaltet und geht nur für die Zeit aus, in der die Tür geöffnet wird, zum Schutz der Augen.
      Um die Luftfeuchtigkeit würde ich mich nicht großartig kümmern. Siehe vorherigen Post.
      Viel Spaß und Erfolg!

      • Nein ich meine die weiße lampe. Die ist gestern nach ein Gewissen Zeit ausgegangen. Zudem ist es so das der Schalter für die uv Lampe beim drücken von 5 Sekunden die Lampe abschaltet und selber blinkend aufleuchtet. Auf der anderen Seite wenn die Tür zu bleibt und die Keime abgetötet sind, muss dann die uv Lampe permanent brennen?

        • Das Blinken der Lampe im Taster deutet darauf hin, dass die UV-Lampe an ist. Vielleicht gab es bei dir eine Stromschwankung und das Gerät war zu lange ohne Strom, dann schaltet sich die UV-Lanpe selber aus, sonst eigentlich nie. Die UV-Lampe sollte permanent brennen.

  2. Hallo Dry Ager!
    Erst mal danke, für Deinen tollen Bericht hier im Blog! Auch wir haben uns entschieden, unser gutes Fleisch zukünftig noch besser zu machen. Leider scheitert unser erster Versuch daran, dass wir die Luftfeuchtigkeit nicht auf 70% fest eingestellt bekommen. Die Anzeige wechselt nach der Einstellung eigentlich immer automatisch nach unten. Für einen fachlichen Dry Ager Ratschlag wären wir sehr dankbar!
    Danke und Grüße vom nussigen Aroma aus Kaiserslautern

    • Hallo Uwe, ich hatte auch anfangs die Befürchtung, dass die Luftfeuchtigkeit sofort wieder absackt aber dann hatte ich ein Luftfeuchtigkeitsmesser in den Dry-Aged Cooler gestellt und war beruhigt, dass die Werte völlig in Ordnung waren.

      • Hallo Dry Ager!
        Danke für Deine schnelle Antwort! Leider haben wir noch keinen Luftfeuchtemesser. War das bei Dir aber auch so, dass der Luftfeuchtigkeitsanteil mal nach oben und mal nach unten willkürlich varierte. Im Klartext, ich kann Sie nicht fest einstellen…
        Grüße vom Nussaroma

        • So extrem wie du es beschreibst, war es bei mir nicht. Wenn du allerdings zweifelst, ruf doch einfach mal die Hotline an. Für mich war es beruhigend, das der Feuchtigkeitsmesser korrekte Werte anzeigt.

  3. Hallo Oliver,
    toller Bericht!
    Ich kann es gar nicht erwarten bis du Teil 2 hier veröffentlichst.
    Gibt es schon einen Termin dafür.

    Grüße
    Markus

    • Vielen Dank Markus. Wenn zeitlich bei mir alles nach Plan läuft, werde ich Teil 2 diese Woche veröffentlichen.

      • Super! Vielen Dank Oliver.

        Stehe kurz davo auch einen Reifeschrank zu kaufen. Die finale Entscheidung mache ich von deinem Bericht abhängig. :-)

        Grüße
        Markus

  4. Ich würde es an den Haken hängen. Dann kann es rundherum dry agen. Wenn es auf dem Rost liegt kommt keine Luft an die Auflagestellen.

    • Danke für dein Feedback aber das Fleisch steht eher auf dem Knochen und des Weiteren ist der Boden gelocht. Das nächste Stück wird aber tatsächlich hängen. Es muss ja schließlich alles mal ausprobiert werden.

  5. Wow, ziemlich cooles Teil. Und 800 Euro geht ja eigentlich wirklich noch, wenn man das Teil denn dann auch regelmäßig nutzt.

    Ich bin auf dein Fazit und das Ergebnis nach den 28 Tagen gespannt.

    Viele Grüße
    Nico

    • Danke Nico. 800 Euro sind sehr viel Geld, jedoch in Relation zu anderen Reifeschränken recht wenig. Ich freue mich auch schon auf den „Anschnitt“.

  6. sieht wirklich sehr gut aus, bin schon auf den nächsten Bericht gespannt. Eine Frage hab ich allerdings, kann man den einstellen das dich der Schrank nach 28 Tagen daran erinnert dass dein Fleisch“fertig“ ist?

    • Hallo Stefan, vielen Dank! Bin auch sehr gespannt! Leider kann der Dry-Aged Cooler dich nur an Wasser „erinnern“.
      Ich glaube nicht, dass man die Funktion unbedingt benötigt, da man jeden Tag aufgeregt mitzählt.

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