CASO DESIGN Dry-Aged Cooler – 28 Tage Reifung Teil 2

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…Die Fortsetzung nach 28 Tagen. Ihr erinnert euch? – Hier ist der zweite Teil meines 28-tägigen Fleischreife-Experiments mit dem neuen Dry-Aged Cooler von CASO DESIGN. Zum Nachlesen des ersten Teils, bitte hier entlang…

Am ersten Tag bestückte ich den Dry-Aged Cooler mit diesem schönen Stück Fleisch (frisch geschlachtetes, 5,112 kg schweres Bone-in Ribeye der Simmentaler Färse).

Zur Erinnerung: Ich stellte das Gerät auf eine Temperatur von 2 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 70 %.
Nach 2 Tagen ließ sich schon recht deutlich erkennen, dass sich die rote Färbung des Fleisches intensivierte und an der Außenseite trocknete.

Die Trocknung konnte man am 6. Tag noch viel deutlicher erkennen. Mich erinnerte die Färbung an eine luftgetrocknete Mettwurst. – Ich hätte sofort reinbeißen können. :-)

Zwischenzeitlich überprüfte ich nach genau 14 Tagen den Verbrauch des Wassers. Der mit 5,2 Liter Wasser gefüllte Wassertank verbrauchte bis dato ganz genau 805 ml Wasser. Das Fleisch sah wie folgt aus.

Während der weiteren Reifezeit, veränderte sich das Fleisch rein äußerlich nur noch marginal. Das nachfolgende Bild des Fleisches am 21. Tag.

Kleiner Zwischenfall (mein Fehler). Zwischen den Tagen 12 und 21 bildete sich an der Rückwand des Innenraums Eis. Durch die einzelnen kleinen ausgestanzten Schlitze der Rückwand konnte ich erblicken, dass sich das Eis nicht nur Richtung Innenraum, sondern auch in Richtung Innenwand-Hohlraum ausbreitete.

Damit die Funktion des Gerätes nicht beeinträchtigt wird, entschloss ich mich kurzerhand dazu, das Fleisch für ca. 2 Stunden in einen handelsüblichen Kühlschrank zwischenzulagern und den Dry-Aged Cooler abzutauen. Das funktionierte mit folgendem Trick sehr einfach und vor allem sehr schnell. Ich stellte einen Topf mit kochendem Wasser in den Kühlraum und verschloss die Tür. Diesen Vorgang wiederholte ich weitere 2 Mal nach jeweils 30 Minuten, sodass das Eis in dieser Zeit vollständig schmolz.

Am nächsten Tag kontaktierte ich die CASO-DESIGN-Hotline. Ein freundlicher Mitarbeiter versicherte mir, dass das entstandene Eis die eigentlichen Funktionen „Kühlung“ und „Luftbefeuchtung“ keineswegs beeinträchtigen würden. Naja, ich bin halt auf Nummer „Sicher“ gegangen und suchte anschließend nach der Ursache. Diese war anscheinend recht schnell gefunden, denn das Gerät stand zu nah an der Zimmerwand. In der Bedienungsanleitung stand es sogar schwarz auf weiß: „Das Gerät benötigt zum korrekten Betrieb eine ausreichende Luftströmung. Lassen Sie 15 cm Freiraum um das Gerät herum.“ Diesen Aufbauhinweis sollte man also stets ernst nehmen, denn während der restlichen Betriebszeit bildete sich tatsächlich kein neues Eis. – Ich hatte das Gerät einfach ein paar Zentimeter nach vorne gezogen.

Zwischenzeitlich überprüfte ich den exakten Stromverbrauch des Gerätes. In der Bedienungsanleitung ist dieser mit folgenden Werten angegeben: Leistung: 60 W; Energieverbrauch pro 24 Stunden in KW: 0,38

Hier die Werte im Real-Betrieb, die leider höher ausfielen (ohne Gewähr). Diesen Test wiederholte ich weitere zwei Male, immer mit den selben Ergebnissen.

Nun interessierte mich natürlich brennend, wie hoch die Stromkosten nach 28 Tagen wären. Eine 10-stündige Messung bei einer Umgebungstemperatur von ca. 20 °C sollte dazu aussagekräftige Ergebnisse liefern. Selbstverständlich habe ich zu Hause nur einen handelsüblichen Stromzähler, der nicht geeicht ist. Rechnung: (0,38 KWh / ca. 10 Std.) x 24 Std. x 28 Tage x 0,29 EUR (Durschnitt Deutschland) = 7,40 EUR (ohne Gewähr)
Die Kosten sind somit ungefähr doppelt so hoch wie in den technischen Daten der Betriebsanleitung angegeben.

Aber nun zurück zum Fleisch, welches nach 28 Tagen schlussendlich wie folgt aussah.

Bei kalten Außentemperaturen, draußen in der Sonne fotografiert, sah das Fleisch wie folgt aus.

Die Messer sind gewetzt.

Doch bevor ich anfing zu schneiden, wollte ich den Gewichtsverlust nach genau 28 Tagen ermitteln.

Ausgangsgewicht: 5,112 kg – Gewicht nach 28 Tagen: 4,392 kg = Gewichtsverlust: 720 g

Nun löste ich den Knochen aus…

…und wog diesen anschließend.

Dieser brachte stolze 1,675 kg auf die Waage.

Danach parierte ich das Ribeye…

…und wog anschließend das weggeschnittene Fett und vertrocknete Fleisch.

Übrig geblieben sind diese 3 wunderschönen Stücke Fleisch.

Diese wurden anschließend mit dem CASO DESIGN VC 100 vakuumiert.

Zwei der beiden schönen Stücke gingen für spätere Einsätze in den Gefrierschrank, eines davon 2 Tage später in das Sous-Vide-Bad. Dazu verwendete ich den CASO-Design SousVide Garer SV 200.

Der Stab lässt sich ganz einfach in ein mindestens 23 cm hohes Gefäß setzen und erwärmt dort mein vakuumiertes 28 Tage selbst-gereiftes Ribeye im Wasserbad auf eine Kerntemperatur von exakt 52 °C, in einer quasi umfunktionierten Kühlbox. Ein wie ich finde absolut geniales System!

Nach dem Erreichen der gewünschten Kerntemperatur, landete das schöne Fleisch für ca. 45 – 60 Sekunden je Seite auf dem Beefer.

Mich erwarteten Tranchen eines wahnsinnig zarten und saftigen Ribeyes. Geschmacklich wie ich es erwartete! Ich beschreibe den Geschmack immer gerne mit den Worten buttrig und nussig. – Einfach genial! – „Experiment“ 100-prozentig geglückt!

Fazit

Die Stabilität von Temperatur und Luftfeuchtigkeit war nach diversen Zwischenprüfungen stets gegeben. Der Dry-Aged Cooler roch weder von außen noch von innen nach irgendwelchen Gerüchen. Der Wasserverbrauch lag nach 28 Tagen bei exakt 1.700 ml. Somit hätte der Tank noch ausreichend Vorrat gehabt, um die Reifezeit von weiteren 28 Tagen und noch viel länger erneut zu durchlaufen. Der tatsächliche Stromverbrauch war ungefähr doppelt so hoch wie in der Bedienungsanleitung angegeben. Die Kosten beliefen sich nach 28 Tagen auf ca. 7,40 EUR (ohne Gewähr). Die Lautstärke des Dry-Aged Coolers ist in einem Wohnraum absolut erträglich. Sie fällt meines Erachtens minimal höher aus als bei einem normalen Kühlschrank.

Der Gewichtsverlust des Fleisches lag nach 28 Tagen Reifung bei 14 %. Es wurden 17 % Fett und vertrocknetes Fleisch weggeschnitten. Der Knochen wog 33 % des Ausgangsgewichts. Vom Ausgangsgewicht blieben 36 % reines Fleisch über. Das Auslösen des Knochens bereitete mir durch den Einsatz eines geeigneten Messers keinerlei Probleme.

Der Geschmack des Fleisches war wie zu erwarten buttrig und nussig, halt typisch Dry-Aged. Super-lecker! Das Fleisch war wahnsinnig zart und saftig.

Das Gefühl, mehrmals täglich an seinem Fleisch vorbei zu gehen, es also beobachten zu dürfen, ist einfach genial. So albern es auch klingt, baut man regelrecht eine Beziehung mit seinem Fleisch auf. Man freut sich 28 Tage lang auf den Anschnitt und wenn es dann so weit ist, ist man traurig, dass dann alles vorbei zu sein scheint. Mit der anschließenden Verköstigung geht der Spaß allerdings noch einmal weiter.

Je nach Einkaufspreis des Fleisches kann sich nun jeder Kauf-Interessierte anhand meiner Erfahrungswerte individuell ausrechnen, ob die Reifung sich für ihn/sie zu Hause lohnt. Eines kann ich jedoch jedem garantieren, der 28-tägige Spaß ist nicht zu unterschätzen und zudem unbezahlbar!

In nächster Zeit werde ich auch andere Fleisch-Sorten wie Schwein und Wild aber auch ganz andere Lebensmittel wie z. B. Käse reifen lassen.

Der Dry-Aged Cooler von CASO DESIGN macht einfach riesig Spaß! Der tatsächlich gemessene Stromverbrauch ist zwar höher als angegeben, jedoch hält der Dry-Aged Cooler in allen anderen Bereichen das, was er verspricht. Ich kann mit gutem Gewissen verlauten lassen, dass die unverbindliche Preisempfehlung von 799 EUR meines Erachtens mehr als angemessen ist und gebe dem Gerät eine klare Kaufempfehlung.

Zum Nachlesen aller Zahlen, Daten und Fakten des Dry-Aged Coolers, empfehle ich auch den ersten Teil zu lesen – Bitte hier entlang..

CASO DESIGN Dry-Aged Cooler – 28 Tage Reifung Teil 2
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10 Comments

  1. Super Bericht!! Vielen Dank. Hab gestern den Dry Age Schrank von der Metro geholt! Als Erstes werde ich Bresaola drin probieren.

    • Bresaola! Wow! Das hört sich sehr interessant an. Du musst unbedingt über deine Erfahrungen berichten! Bis dahin viel Erfolg!

  2. Hallo Oliver,
    danke für den tollen Bericht. Das Ergebnis ist ja überzeugend.

    Ich habe eine Frage. Mir kommt der Innenraum etwas klein vor. Kannst du mir sagen wie viel Liter er fasst? Ich habe diese Angabe bis jetzt nirgends gefunden.

    Danke
    Markus

    • Hallo Markus,
      ich habe soeben mal gemessen und ausgerechnet, dass das der Innenraum ca. 54 Liter bietet (ca. 31 x 36 x 48 cm).

      • Hallo Oliver,
        vielen Dank für die Info. Ich werde die Preise nun weiter beobachten und dann zugreifen! Wie du shreibst, ist der Spaß für 28 Tage nicht mit Gold aufzuwiegen.
        Freu mich auf weitere Berichte von dir und dem Reifeschrank.

        Grüße
        Markus

  3. Toller Bericht und tolles Ergebnis. Respekt!
    Wenn ich richtig gerechnet habe und Ausgangs- und Endpreis vergleiche, komme ich auf einen kg-Preis von 67,60 Euro für das Endprodukt. Ohne Verbrauchskosten und anteilige Anschaffungskosten.
    Das erscheint mir allerdings dann doch sehr hoch.

    • Hallo Andreas,

      wenn am Ende von Anfangs 5,112kg (=127,29€) die 3 Steak zu insg. 1,883 Kg übrig sind, komme ich auf auf einen Kilopreis vom Endprodukt auf 67,60€.

      Grüße
      Markus

      • Andreas und Markus, wenn ihr mit dem Endverbraucherpreis rechnet, habt ihr habt natürlich 100-prozentig Recht!
        Wie im Artikel bereits geschrieben, ob es sich für den ein oder anderen lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt ja sicherlich einige Fleischbegeisterte, die einen Jäger oder Bauern in ihrem Freundeskreis haben, worüber sie ihr Fleisch günstig oder kostenlos beziehen?! Dann fällt das Preis-/Leistungsverhältnis nicht mehr so ins Gewicht. Fleisch fertig gereift kaufen ist sehr oft ganz klar günstiger, wenn man es mit dem regulären Preis des ungereiften Fleisches vergleicht. Der Spaß hielt allerdings während der gesamten Reifezeit ununterbrochen an und das ist mir auch sehr viel wert. Demnächst werde ich ein sehr viel größeres Stück Fleisch in den Dry-Ager hängen und ggf. die Luftfeuchte um ca. 5 Prozent anheben. Dadurch, dass wieder die 2 äußeren Flächen abgeschnitten werden müssen und dazwischen mehr Fleisch sitzt, wird der Endpreis auch attraktiver sein.

  4. Wirklich ein sehr schöner Bericht und ein echt geiles Steak!! Mich würde mal interessieren was du für das gute Stück Fleisch bezahlt hast. Also der Rohpreis pro Kilo oder auch der Gesamtpreis

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