Schweinebäckchen BBQ-Style

Zutaten
500 g Schweinebäckchen
0,5 l Apfelsaft
0,5 l Rotwein
Rub, z. B. Ankerkraut „Pull That Piggy!“
für die Glaze
8 EL Rotwein
100 ml Ketchup
1 TL Lieblings-Rub
1 TL brauner Zucker
1,5 EL Worcester Sauce

Zum Wochenende bekam ich von yourbeef.de eine neue Lieferung mit tollem Fleisch. Unter Anderem waren auch zwei 500 g-Pakete Schweinebäckchen mit dabei. Bei Rezept-Recherchen, wie man Schweinebäckchen zubereitet, stieß ich immer wieder auf Schmorgerichte, die zum Grillen jedoch nicht besonders geeignet sind. Somit musste ich mir etwas eigenes einfallen lassen und bin nun stolz darauf, euch folgendes Rezept vorstellen zu dürfen – denn es ist so richtig gut geworden!

Zuerst werden die Schweinebäckchen von restlichen Sehnen und Silberhaut befreit.

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Das Fleisch für ca. 2 Stunden in unverdünnten Apfelsaft einlegen.

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Die Schweinebäckchen trocken tupfen und anschließend mit einem Rub einreiben. Ich entschied mich für Pull That Piggy! von Ankerkraut.

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Nun wird das Fleisch in Folie eingewickelt und verweilt über Nacht im Kühlschrank. Während dessen sollten einige Wood Chips (ich nahm in diesem Fall Eiche) in Wasser eingelegt werden, die am nächsten Tag zum Räuchern benötigt werden.

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Am nächsten Tag wird der Grill für das indirekte Grillen vorbereitet und auf 100 Grad Gartemperatur eingeregelt. Das funktioniert am einfachsten mit dem Smokenator 1000. Anschließend wird das Grillgut aufgelegt.

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Um den Grill zum Rauchen zu bringen, werden nun einige in Wasser getränkte Wood Chips auf die glühenden Kohlen gelegt. Diesen Vorgang wiederholte ich noch weitere 2 Mal im Abstand von 20 Minuten.

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Nach einer Stunde ist die Smoke-Phase zu Ende und die Schweinebäckchen müssen eine weitere Stunde bei exakt 100 Grad auf dem Rost verweilen. Während dieser Zeit wird das Fleisch in regelmäßigen Abständen mit etwas Apfelsaft bestrichen. Anschließend wird das Fleisch auf einem Rost gelegt, dieser wiederum „schwebt“ über eine Edelstahlschale, gefüllt mit Rotwein.

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Die Schale muss nun „luftdicht“ mit Alu-Folie verschlossen werden und wandert nun für 2 Stunden, bei ca. 120 – 140 Grad, in den Grill.

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Ein guter Zeitpunkt, um die Glaze anzurühren. Dazu erhitzte ich die o. a. Zutaten und ließ die Sauce ca. 10 Minuten ganz leicht köcheln. Sobald die 2 Stunden der Dampf-Phase vorüber sind, werden die Schweinebäckchen wieder ausgepackt und auf den Grillrost gelegt.
Jetzt muss das Fleisch das erste Mal mit der Glaze bestrichen werden. Das Bestreichen kann je nach Belieben weitere 2 – 3 Mal, jeweils nach ca. 10 – 15 min., wiederholt werden.

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Nun ist der Zeitpunkt des Anschnitts gekommen. Der Rauchring lässt sich 1A erkennen!

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Damit ihr euch vorstellen könnt, wie saftig und zart die Schweinebäckchen sind, habe ich einen Teilbereich des Bildes noch einmal vergrößert. Seht ihr die Flüssigkeit zwischen den Fleischfasern? – Einfach unglaublich, oder? Das Bild erinnert mich ein wenig an ein saftiges Brisket.

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Als Beilage gab es Kartoffelgratin und Kohlrabi. Der Rotwein in der Glaze konnte dezent herausgeschmeckt werden.

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Das war wieder einmal ein richtiges tolles Essen, welches noch öfter und in größeren Mengen wiederholt wird.

Schweinemedaillons in Calvadossauce

Zutaten
500 g Schweinefilet
2 Äpfel
Saft einer halben Zitrone
40 g Butter
6 cl Calvados
200 ml Sahne
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
ggf. grob gemahlene Pfeffer-Mischung
(z. B. Steak Champ Gewürzmischung No. 1 New York)

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Das Schweinefilet in ca. 3 – 4 cm hohe Medaillons schneiden und seitlich durch eine Pfeffer-Mischung rollen. Ich verwendete die „Gewürzmischung No. 1 New York“ von Steak Champ, welche ich schon einmal in diesem Bericht ausführlich testete.
Für diejenigen (z. B. meine Kinder), die nicht so gerne würzig essen, genügt es die Filets zu salzen und nach dem Grillen leicht mit frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer zu würzen.

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Den Grill für direkte mittlere Hitze vorbereiten und die Medaillons beidseitig für ca. 90 sec. grillen.

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Nun das Fleisch in den indirekten Bereich des Grills verlagern und den Topf mit Butter erhitzen.

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Während das Fleisch grillt und gart, die beiden geschälten und entkernten Äpfel in Spalten schneiden oder mit einem speziellen Küchenhelfer wie dem Lurch Spirali in Apfel-Spaghetti drehen. Bei Verwendung von Apfelspalten, diese in den heissen Topf geben und wenige Minuten lang goldbraun braten. Bei Verwendung von Apfel-Spaghetti, lediglich kurz anbraten.

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Den Saft einer halben Zitrone zu den Apfel-Spaghetti geben und noch einmal kurz durchziehen lassen.

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Die Apfel-Spaghetti aus dem Topf nehmen und warm stellen. Den Bratensatz mit Calvados ablöschen und die Sahne unter ständigem Rühren hinzufügen. Kurz einreduzieren und zum Schluss mit Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer würzen.

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Die Medaillons auf einem vorgewärmten Teller legen und auf jedem Medaillon ein paar warmgehaltene Apfel-Spaghetti positionieren, anschließend mit der Calvadossauce übergießen.

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Als Beilage passen Kartoffelnester oder Bandnudeln mit Gemüse nach Wahl.
Ein sehr leckeres, relativ einfach zubereitetes Festessen, welches nichts mehr mit einem typischen Grill-Gericht zu tun hat. Beide Daumen hoch!

Schweinemedaillons in Steinpilzsauce

Zutaten
1 kg Schweinefiletköpfe
25 g getrocknete Steinpilze o. 250 g frische Steinpilze
250 ml warme Gemüsebrühe
2 El Zwiebeln, sehr klein gewürfelt
20 g Butter
150 ml Schlagsahne
40 g geriebener Fontina-Käse
2 Eigelb
4 El Sahne
1 El Petersilie, gehackt
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Die getrockneten Steinpilze in 250 ml warmer Gemüsebrühe einweichen.

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Die Schweinefiletköpfe in ca. 3 – 4 cm dicke Scheiben schneiden, beidseitig mit einigen Tropfen Olivenöl beträufeln und salzen. Nun unter direkter, hoher Hitze scharf angrillen.

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Nachdem die Pilze ca. 30 Minuten lang eingeweicht wurden, müssen sie wieder von der Brühe getrennt werden, diese bitte nicht weggießen! Die Zwiebelwürfel mit den abgetropften Steinpilzen in 20 g Butter glasig dünsten und anschließend das Pilzwasser und die 150 ml Schlagsahne dazugeben. So lange einkochen, bis ca. 250 ml Flüssigkeit übrig geblieben ist.

Während die Sauce einreduziert, die Medaillons einmal wenden und die zweite Seite ebenfalls scharf angrillen. Anschließend in den indirekten Bereich ziehen bzw. vom gusseisernen Rost entkoppeln, zu Ende garen und ggf. warm halten.

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Erst jetzt den geriebenen Fontina-Käse hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Unter Zuhilfenahme eines Schneebesens, in einem weiteren Gefäß das Eigelb und die 4 EL Sahne verquirlen. Diese Masse unter schnellen, ständigen Rühren in die zuvor aufgekochte, vom Herd gezogene Sauce geben (legieren) und anschließend mit Petersilie garnieren.
Die Sauce danach auf keinen Fall noch einmal aufkochen lassen, da sie sonst klumpen würde.

Angerichtet wurde mit einem Kartoffelnest (hier schon einmal beschrieben) und Broccoli.

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Fazit
Die Schweinemedaillons in Steinpilzsauce haben mich 100-prozentig überzeugt und passten exzellent zur krossen Kartoffelbeilage und dem Gemüse.
Es war gar nicht mal so einfach den Fontina-Käse zu erwerben. Selbst in der Metro und in diversen Supermärkten mit großer Produktvielfalt war der italienische Käse nicht zu bekommen. Schlussendlich wurde ich in einem italienischen Spezialitäten-Handel namens „Frega“ (in Bremen) fündig.

Für mich das Gericht des Monats!
Wer das nicht probiert, hat etwas verpasst!

Bacon Turtles

Zutaten
ca. 18 Streifen Bacon o. Frühstücksspeck
750 g Hackfleisch 1/2 Schwein, 1/2 Rind
15 Nürnberger Rostbratwürste
Ketchup o. BBQ-Sauce
Salz
Pfeffer
Füllung nach Wunsch (z. B. Käse, Jalapeño, Feta o. ä.)

Mit jeweils 3 Streifen Bacon o. Frühstücksspeck vertikal und horizontal ein Geflecht legen (genaue Anleitung).

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Das Hackfleisch kräftig mit Salz und Pfeffer würzen, in drei gleich große Teile aufteilen und Kugeln formen. Alternativ kann auch BBQ-Rub und/oder Worcestersauce genommen werden.
Die Kugeln jeweils auf die einzelnen Geflechte legen und die äußeren Ränder nach innen umlegen.

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Nun werden je Turtle 5 Nürnberger Rostbratwürste benötigt. Bei einer Wurst (dem Kopf) wird am Ende ein Längsschnitt gesetzt (das Maul), an den anderen 4 Würstchen ein Kreuzschnitt, um die Füße anzudeuten.

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Nun werden die Würstchen in den Rumpf gesteckt.

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Die Turtles werden in den indirekten Bereich des auf ca. 180 Grad vorgeheizten Grill gesetzt.
Nach ca. 10 bis 12 Minuten nehmen die Würstchen Farbe an. Damit sie nicht verbrennen, sollten sie nun mit etwas Alufolie abgedeckt werden.

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Ungefähr 10 Minuten bevor die Kerntemperatur von 75 Grad erreicht wird, werden die Turtle-„Panzer“ mit einem guten Ketchup oder einer Barbecue-Sauce gemobbt.

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Die Bacon-Turtles können selbstverständlich auch mit einer Füllung wie z. B. Käse, Jalapeño, Feta o. ä. versehen werden.

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Die Kinder mögen sie am Liebsten mit Pommes – mir schmecken die possierlichen Tierchen auch noch kalt, in dünnen Scheiben geschnitten, auf dem Butterbrot.

Schweinefilet mit Tapenade-Füllung

Zutaten
(Steven Raichlen)
4 Schweinefilets
ca. 14 Scheiben Bacon
für die Tapenade (Olivenpaste)
150 g schwarze Oliven, entsteint
2 Knoblauchzehen
2 EL Kapern
1 EL Dijon-Senf
1 TL Oregano, getrocknet
1 EL Olivenöl
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

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Zuerst werden die Schweinefilets von Fett u. ggf. Sehnen befreit.

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Nun mit einem langen scharfen Messer den obersten Zentimeter Fleisch längst einschneiden und das Filet dabei so lange abrollen, bis das Ende erreicht wird und sich eine flache Matte gebildet hat.

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Für die Tapenade habe ich griechische Kalamatas gekauft. Das sind naturschwarze Oliven von hoher Qualität. Alternativ können auch schwarze, in Öl eingelegte marokkanische Oliven verwendet werden.

Nachdem die Oliven entsteint und die Knoblauchzehen grob geschnitten wurden, werden die Kapern und der Dijon-Senf hinzugefügt und mit einem Küchenstab zerkleinert. Etwas später wird das Olivenöl hinzugefügt und zu einer Paste vermengt. Das Ganze wird mit schwarzem Pfeffer abgeschmeckt. Auf Salz kann durch die Verwendung der Kapern meines Erachtens verzichtet werden.

Nun die Paste einseitig auf die Filets verstreichen.

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Da die einzelnen „ausgerollten“ Filets mehr oder weniger eine dreieckige Form besitzen, werden jeweils 2 Filets so aneineinander gelegt, dass sie ein Rechteck bilden, welches aufgerollt wird.

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Die beiden Filet-Rollen werden längst mit Bacon-Scheiben belegt und anschließend mit Küchengarn verknotet.

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Die Filets werden in den indirekten Bereich des auf ca. 180 – 200 Grad vorgeheizte Grills platziert.

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Nach einiger Zeit hat der Bacon schon etwas Farbe angenommen. Die Zielkerntemperatur sollte bei 63 Grad liegen, dann werden die Rollen vom Rost genommen und sollten noch weitere 3 bis 4 Minuten ruhen. Nun kann angeschnitten werden.

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Wir aßen die gefüllten Schweinefilets mit Nudeln Pesto Rosso (siehe Bild ganz oben) – ein Gedicht!
Alternativ schmecken die Filets auch zu einem mediterranen Salat.
Grillt es unbedingt einmal nach – es lohnt sich!

Rebknorzenspieß

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Zutaten
(Original)
2,5 kg Schweinenacken
2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
Lorbeerblätter
1 Flasche Riesling
für das Gewürz:
1 EL grobes Meersalz
2 TL schwarzer Pfeffer
2 TL Paprika rosenscharf
1 TL Muskatblüte gemahlen
1 TL Koriander
1 TL Senfpulver

Zwischen August und Oktober finden in vielen Städten und Dörfern Weinfeste statt. Eines der vielen kulinarischen Highlights sind die sogenannten Rebknorzenspieße. Sie sind sehr zart und saftig und besitzen, bedingt durch das Einlegen in Wein, einen einzigartigen Geschmack. Zeit es mal auszuprobieren…

Zuerst werden die Zutaten für das Gewürz miteinander vermischt und anschließend über das in zitronengroße Stücke geschnittene Fleisch gestreut und gleichmäßig verteilt. Nun werden die in Ringe geschnittenen Zwiebeln, die in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehen und die Lorbeerblätter mit dem gewürzten Fleisch in einer großen Schüssel vermengt und mit dem Riesling übergossen.

Nachdem das Fleisch 24 Stunden marinierte, werden die einzelnen Fleischstücke vorsichtig aus der Marinade entnommen und auf einen langen Spieß gesteckt.

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Der Spieß sollte nun bei indirekter Hitze von ca. 180 Grad bis zu einer Kerntemperatur von 85 Grad gedreht werden. Bei mir dauerte es ca. 65 min.

Viel Spaß beim Nachgrillen und guten Appetit!

Schaschlik

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Die fruchtige Pflaumen-Currysauce wurde bereits gekocht, nun steht dem Schaschlik nach JTR nichts mehr im Wege (Orig.-Rezept).

Zutaten
250 ml Fruchtige Pflaumen-Currysauce
1,5 kg Schweinenacken
3 dicke Scheiben geräucherter Bauchspeck
3 Zwiebeln
3 Paprika (rot, gelb, grün)
Salz
Pfeffer
Paprika edelsüß
Sonnenblumenöl
1 Dose ganze Tomaten
1 Glas Tomatenpaprika

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Zuerst ist ein wenig Schnibbelarbeit angesagt.

Den Schweinenacken und 2 1/2 Scheiben geräucherten Bauchspeck in große Würfel schneiden.
2 1/2 Zwiebeln häuten und vierteln.
Die restliche 1/2 Zwiebel hacken und die 1/2 Scheibe Bauchspeck in kleine Würfel schneiden.
Paprika in Streifen schneiden, sowie die ganzen Tomaten klein schneiden.

Nun abwechseln die Fleisch- und Bauchspeck-Würfel, sowie die Zwiebeln auf Holzspieße ziehen und mit Salz und Pfeffer würzen.

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In eine mit Öl benetzten Edelstahl-Schale die Bauchspeck-Würfel anbraten und anschließend die gehackten Zwiebeln hinzufügen und anschwitzen.

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Nun kommen die Paprika-Streifen hinzu und der Deckel wird für ca. 10 min. geschlossen.

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Als Letztes folgen die Tomatenpaprika-Streifen und Tomaten inkl. Sud, sowie die fruchtige Pflaumen-Currysauce.

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Die Spieße werden nun auf den Rand der Edelstahl-Schale gelegt und bei einer Temperatur von ca. 200 Grad gegart. Der Fleischsaft wird von der darunter befindlichen Schale aufgefangen.

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Um Röstaromen zu bilden, werden die Spieße nach 45 min. kurz über direkte Hitze gelegt, werden dann mit Paprika-Gewürz edelsüß bestreut und gehen danach für 1,5 Std. in der Sauce baden (vorher Spieße kürzen und Sauce mit Salz abschmecken).

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Fazit
Die Sauce ist wirklich sehr sehr lecker.
Der geräucherte Bauchspeck ist sehr dominant und die Pflaumen-Currysauce für DIESEN Zweck relativ aufwendig.
Folglich werde ich das Gericht das nächste Mal mit Putenbrust machen und die Pflaumen-Currysauce durch Hela-Gewürz-Ketchup ersetzen. Ein Versuch ist es wert!

Kachelfleisch (Pußtafleisch, Schnibbelfleisch o. Deckelchen) und Rub-Test (Teil 1)

Schon seit meiner Kindheit essen wir in der Grafschaft Bentheim (Schüttorf) Kachelfleisch. Bei uns heißt es jedoch Schnibbelfleisch oder auch Pußtafleisch, woanders Deckelchen usw. Manchem Griller ist dieses Fleisch immer noch völlig unbekannt, sodass ich es euch heute vorstellen möchte.

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Das Kachelfleisch wird aus dem Schinken des Schweins gelöst. Das Fleisch ist dünn und leicht marmoriert. Dadurch ist es zart wie Filet und angenehm saftig. Einige Griller entfernen vor der Zubereitung die kleinen Fettanteile – das mache ich auf keinen Fall, denn das Fett macht u.a. den tollen Geschmack aus. Die einzelnen Stücke (Fetzen) wiegen zwischen 80g und 100g. Das Kachelfleisch ist ideal zum Kurzgrillen.

Schwein

Vor nicht all zu langer Zeit bezog ich das Fleisch noch für ca. 4 EUR / kg. Da es in den letzten Monaten immer bekannter und beliebter wurde, stieg auch schnell der Preis auf 6 EUR / kg. Das sind jedoch noch relativ annehmbare Preise im Gegensatz zu denen von Online-Fleisch-Händlern, die gerne 10 EUR / kg und mehr verlangen.

Nun zum Würzen. Ich testete mit meiner Familie in diesem Zuge insgesamt 8 Gewürze; 5 Fertig-Mischungen, 2 bekannte BBQ-Mischungen und einmal quasi Natur – nur mit Salz und Pfeffer.

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Nachfolgend die Rangliste der Gewinner
1. Salz und schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen) (Note 1)
1. Butt Glitter Rub (Texaner) (Note 1) (zum Rezept)
2. Magic Dust Rub (meathead) (Note 2) (Rezept*)
3. NoMU spánish (Note 2 –)
4. NoMU afrikan (Note 3 +)
5. NoMU egyptian dukkah (Note 3 +)
nicht empfehlenswert:
6. NoMU barbeque
7. NoMU oriental

* Rezept: Magic Dust Rub (meathead) vom Texaner
6 EL weißer Zucker
6 EL brauner Zucker
4 EL Paprika
4 EL Salz (grob- oder fein-körnig)
2 EL granulierter Knoblauch (der Texaner nimmt 4 EL)
1 EL schwarzer Pfeffer
1 EL granulierte Zwiebeln
1 EL Rosmarin
1 EL Ingwer-Puder

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Fazit
Wer Kachelfleisch „noch“ nicht kennt, sollte es unbedingt kosten. Fragt euren Metzger des Vertrauens!
Die Ergebnisse des Rub-Tests spiegeln lediglich meine eigene, persönliche Meinung wieder.
Was sich jedoch wieder einmal gezeigt hat ist, dass die beiden altbewährten Rubs „Butt Glitter“ und Magic Dust“ den Geschmack vieler BBQer treffen – mit ihnen kann man nicht viel falsch machen. Des Weiteren sollte auch ein mit Salz und frisch gemahlenen Pfeffer gewürztes Fleisch nicht in Vergessenheit geraten.

Grilltest: Haba Feuerstelle (Schwenkgrill) aus Edelstahl

Ich hatte die Gelegenheit eine Haba Feuerstelle (Schwenkgrill) aus Edelstahl zu testen und verköstigte mit einem zusätzlichen, normalen Würstchengrill um die 70 Gäste mit Nackensteaks und Würstchen – ein echter Härtetest also!

Als Deckelgriller ging ich voreingenommen an die Arbeit, denn da wusste ich – 2 min. von der einen Seite, einmal wenden und noch einmal 2 min. von der anderen Seite und die Nackensteaks waren fertig – wie sollte das mit einem Schwenkgrill klappen?
Ich übernahm das Setup (Rost ca. 35 cm über die Kohle) vom Besitzer des Grills.
Schnell merkte ich, dass der Rost viel zu hoch hing und tastete mich nach und nach an die optimalste Höhe. Nach ca. 30 min. hatte ich den Dreh raus.

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  1. Den Rost mit der Kette bis zu einer Höhe von 40 cm hochziehen und mit frischen Nackensteaks bedecken
  2. Den Rost bis 5 cm über die Kohle ablassen und für ca. 3,5 min. an der Kette um die eigene Achse langsam drehen lassen
  3. Den Rost bis zu einer Höhe von 40 cm hochziehen und die Nackensteaks wenden
  4. Den Rost wieder bis 5 cm über die Kohle ablassen und für weitere 3 min. an der Kette um die eigene Achse langsam drehen lassen – fertig!

Während der Rost sich drehte, wurden die Würstchen am anderen Grill gewendet – später bekam ich Hilfe.
Das fertig gegarte Grillgut wurde in einem 3. kleinen Grill zwischengelagert, welcher mit einigen wenigen Briketts gefüllt war.

Fazit
Die Haba Feuerstelle (Schwenkgrill) aus Edelstahl überraschte mich positiv! Die Nackensteaks waren aussen kross und innen saftig. Es ist mit dem Schwenkgrill möglich, eine große Personenzahl innerhalb kürzester Zeit satt zu bekommen – Respekt!

Des Weiteren kann der Arm mit der Kette demontiert und der Grill als Feuerstelle verwendet werden. Der Ring um den Kohlekorb wird nicht heiss und dient ggf. als Ablage für Stockbrot o.ä.
Optional bietet Haba noch folgendes Zubehör:
– Crépes-Platte (149 EUR)
– Wok (135 EUR)
– Wind- u. Hitzeschirm (149 EUR)
– Pizzaofen (299 EUR)
– Drehspieß (199,95 EUR)
Die Haba Feuerstelle (Schwenkgrill) kostet ca. 325 EUR.

Bacon Bomb (Bacon Explosion)

Zutaten
1 – 1,2 kg Mett (halb Rind, halb Schwein)
28 Streifen Bacon
1 Paprika
1 Zwiebel
1/2 Dose Mais
1/3 Dose Kidneybohnen
1/2 Päckchen Fetakäse
Lieblings-Rub (z. B. Magic Dust)
Lieblings-Mop
Emmentaler Käse geraspelt

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Als erstes wird das Netz aus den einzelnen Bacon-Streifen „gewebt“.


Das Mett wird mit dem Lieblings-Rub gewürzt – bei mir war es Magic Dust (meathead) – und vorsichtig auf dem Netz ausgebreitet. Danach folgen die anderen Zutaten wie Paprika, Zwiebel, Mais, Kidneybohnen, Fetakäse und ein wenig Lieblings-Mopping Sauce – in meines Fall BBQ-Sauce nach Master Sir Buana.

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Zu guter letzt folgt eine halbe Tüte geraspelter Emmentaler Käse.

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Nun wird vorsichtig alles zusammen gerollt.

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Vor dem Auflegen wird die Bacon Bomb noch einmal gerubbt und anschließend bei einer Gartemperatur von ca. 140 Grad bis zu einer Kerntemperatur von 75 Grad gegart. Wenn Zeit vorhanden ist, sollte man eine Gartemperatur von 110 Grad präferieren – um so saftiger wird es!

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Nach ca. 2 – 2,5 Stunden erhält man eine knusprige Bacon Bomb.

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Bevor angeschnitten wird, muss noch einmal mit der Lieblings-BBQ-Sauce gemoppt werden.

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Gegessen wurde die Bacon Bomb mit Pommes, sowie Baguette mit diversen Dipps.

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Fazit
Meines Erachtens ist die Bacon Bomb ein sehr einfaches Rezept, welches auch schon mehrere Stunden vor einem Grill-Event vorbereitet werden kann – um so mehr Zeit bleibt für die Gäste!
Alternativ gibt es diverse Möglichkeiten die „Bombe“ zu füllen. Von Rotkohl über Spargel bis zu scharfen Jalapenos ist alles möglich. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.